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    Olympia Rio-2016 (173)
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    „Lasst mich in Rio antreten“ hat die zweimalige Olympiasiegerin und Weltrekordlerin im Stabhochsprung Jelena Issibajewa in einer Kolumne von The New York Times geschrieben. Die Sportlerin erklärt, warum ein Ausschluss russischer Athleten von den Sommerspielen in Brasilien ein großer Fehler wäre.

    „Das würden meine fünften und letzten Olympischen Spielen sein“, schreibt Issinbajewa.  Sie verstehe durchaus, dass der Weltleichtathletikverband IAAF ernsthafte Schritte unternehmen müsse, um das Doping auszumerzen.

    „Ich glaube aber nicht, dass es fair ist, mir und anderen sauberen russischen Athleten die Teilnahme zu verbieten – Athleten, die mehrmals bewiesen haben, dass sie an jeglichem Betrug unschuldig sind“, so die Weltmeisterin weiter. In den 20 Jahren ihrer Kariere seien ihre Dopingtests noch nie positiv gewesen.

    Sie unterstütze jedoch voll und ganz den Kampf gegen Sportler, die Doping einnehmen und damit ihr eigenes Land in Verruf bringen. Solche Athleten müssten zur Rechenschaft gezogen werden, ist Issinbajewa überzeugt. Schließlich sei es genau das verwerfliche Verhalten dieser Menschen, das sie in diese Lage gebracht habe und weswegen sie nun um ihr Recht, an den Sommerspielen teilzunehmen, kämpfen müsse.

    Seit ihrer Rückkehr zum Sport nach der Geburt ihrer Tochter vor zwei Jahren habe sie unzählige Stunden dafür geopfert, ihren Körper wieder in Form zu bringen, um ein letztes Mal bei den Olympischen Spielen anzutreten. Sie habe nach Kräften versucht, die Mutterschaft und den Sport zu vereinbaren. Doch anstatt sich auf ihr Ziel zu konzentrieren, sei sie jetzt gezwungen, mit der Ungewissheit klarzukommen, was ihre Teilnahme an den Spielen angehe.

    „Die IAAF sollte uns nicht alle für die Vergehen Einzelner bestrafen“, schreibt die Sportlerin. Der Ausschluss von den Olympischen Spielen würde für sie und ihre Kollegen nicht nur vernichtend sein, es würde auch ihre Bemühungen, junge Menschen zu inspirieren, stark behindern.

    „Ich bin entschlossen, die Chance für meinen Olympia-Traum nicht zu verpassen. Und ich werde um mein Recht kämpfen, den nächsten Generationen zu helfen, ihren Traum zu verwirklichen“, schrieb Issinbajewa abschließend.

    Am Freitag soll die IAAF in einer Sitzung entscheiden, ob russische Sportler zu den Sommerspielen in Rio zugelassen werden. Eine unabhängige Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte Russland im November schwere Verstöße gegen die geltenden Regeln vorgeworfen und dem Weltleichtathletikverband IAAF empfohlen, den Russen die Teilnahme an allen Wettkämpfen, die vom Weltverband durchgeführt werden, darunter auch an den Sommerspielen 2016, zu verweigern.

    Zuvor hatte Issinbajewa mit einer Gerichtsklage gedroht, sollten die russischen Sportler suspendiert werden. „Das ist ein direkter Verstoß gegen die Menschenrechte, eine Diskriminierung“, sagte die Sportlerin.

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