10:57 05 August 2020
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    Vor der Bundeself hat der russische Nationaltrainer Leonid Sluzki enormen Respekt. Auf ein Spiel gegen eine solche Mannschaft braucht man die Spieler nicht extra einzustimmen, meint er: Der aktuelle Weltmeister - und damit ist schon alles gesagt.

    „Sollten wir während der EM auf die DFB-Auswahl treffen, wird dies gewiss aufregend sein“, sagte er im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin. „Ich bin vor jedem Treffen aufgeregt. Und vor einem gegen Deutschland erst recht… Wodurch unterscheiden sie sich von uns? Durch Tradition, Kultur, Infrastruktur. Es gibt mehr Unterschiede, als Ähnlichkeiten.“

    Damit man aber von einem Treffen mit der Bundeself träumen kann, muss man zunächst das entscheidende Gruppen-Spiel gegen Wales am 20. Juni gewinnen. Sluzki hatte die Sbornaja in einer kritischen Situation übernommen und ihr zum Einzug in die EM-Finale verholfen. „Die Nationalmannschaft gibt mir viel mehr, als ich ihr“, sagt er.

    Bei all seiner äußeren Freundlichkeit und tiefen Gewissenhaftigkeit bleibe Leonid Sluzki ein harter und zielbewusster Mann, der nur äußerlich weich wirke, meint der Sportjournalist Igor Rabiner, Autor des Buches „Sluzki — Der Trainer aus dem Hof nebenan“. „In Wirklichkeit ist er ein rationaler, zuweilen sogar kalter Mensch. Er besitzt das, was Churchill nachgesagt wurde:,eine eiserne Hand im Samthandschuh‘. So ist halt auch Sluzki: in der weichen Schale eines zweifelnden, schwankenden Menschen steckt ein harter Kern. Darin, aber auch in der kolossalen Liebe zu seiner Arbeit, zu seiner Sache wurzelt Sluzkis Erfolg.“

    Der Moskauer Fußballclub ZSKA, den Sluzki neben der Nationalauswahl Russlands trainiert, wurde im Frühjahr erneut Landesmeister.

    „Diese Eigenschaften können der russischen Mannschaft bei der EM helfen“, meint Rabiner, der zu den prominentesten Sportjournalisten Russlands zählt, „obwohl die Zusammensetzung unseres Teams nicht gerade überwältigend ist. Mit einem Wunder können wir diesmal wohl kaum rechnen.“ „Sluzki ist gebildet“, schrieb Rabiner in seinem Buch, „dies bietet ihm die Möglichkeit, ein glänzender Analytiker zu sein und ein Verhältnis zu den Spielern aufzubauen, das auf Respekt sowie auf  Berücksichtigung der Individualität basiert. Er ist ein Selfmademan.“ 

    Der heute 45jährige Leonid Sluzki war nie ein Profi-Spieler — vor 20 Jahren hatte er sich als der 22jährige Doktorand an der Hochschule für Körperkultur Wolgograd vorgenommen, ein Kindertrainer zu werden. Wie man heute sieht, hat er seine Fähigkeiten damals wohl leicht unterschätzt.

     

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    Tags:
    Buch, Leonid Sluzki, Russland