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    Vertreter von Antidoping-Agenturen aus zehn Ländern und 20 Sportlergruppen haben die Ausschließung des russischen Teams insgesamt, einschließlich der Paralympischen Mannschaft, von den Sommerspielen in Rio gefordert, wie New York Times am Samstag berichtet.

    „Vertreter der Antidoping-Agenturen von mindestens zehn Ländern und 20 Sportlergruppen bereiten einen außerordentlichen Schritt mit der Forderung vor, die gesamte russische Delegation wegen der Beschuldigung der Teilnahme an einem staatlichen Dopingprogramm von den Olympischen Spielen zu suspendieren“, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen „erhaltenen Briefwechsel“.

    In dem Artikel wird hervorgehoben, dass die Forderung vor allem von den Antidopingverbänden der USA, Deutschlands, Spaniens, Japans, der Schweiz und Kanadas ausgehe.

    Die Anhänger der Suspendierung Russlands erwarten die Ermittlung zu den im Mai veröffentlichten Vorwürfen der Anwendung eines massiven Doping-Programms in Russland für den Sieg bei den OlympischenSpielen in Sotschi 2014.

    „Die Antidoping-Behörden und Sportler haben beabsichtigt, das Internationale Olympische Komitee (IOK) am Montag unter Druck zu setzen – und das weniger als drei Wochen vor der Eröffnungszeremonie der Spiele in Rio“,  heißt es in dem Artikel.

    Vorher hatte die United States Anti-Doping Agency (USADA) den Vollzugsausschuss des IOK in einem Brief darum gebeten, das Russische Olympische Komitee und das Paralympische Komitee Russlands von den Sommerspielen 2016 in Rio auszuschließen.

    Im November 2015 hatte die Kommission der Welt-Antidopingagentur WADA Russland auf einer Pressekonferenz in Genf zahlreiche Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln vorgeworfen und dem Leichtathletik-Verband IAAF ein Startverbot für alle russischen Leichtathleten empfohlen.

    Grund für den Skandal sind nach WADA-Darstellung Manipulationen von Sportlerproben durch die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA. Das soll unter der Aufsicht des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB erfolgt sein. Wenige Tage vor der WADA-Prüfung hatte Georgi Rodtschenkow, damals Mitarbeiter des russischen Doping-Kontrollbüros, 1.417 Proben russischer Sportler vernichtet. Allerdings wohl kaum, um den Ruf seines Landes, sondern allein um seine eigene Haut zu retten und seine eigene Verwicklung in die Doping-Affäre zu vertuschen.

    Nach der Veröffentlichung des WADA-Berichtes verließ Rodtschenkow seinen Posten, Anfang 2016 reiste er in die USA aus.

    Eine endgültige Entscheidung über die Teilnahme der russischen Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen hat der CAS bislang für den 21. Juli angekündigt. Die Sommerspiele in Rio beginnen am 5. August.

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