SNA Radio
    Tennisstar Maria Scharapowa

    Fernbleiben russischer Sportler von Olympia bedeutet Millionenverluste - Expertin

    © AP Photo / Bernat Armangue
    Sport
    Zum Kurzlink
    Olympia Rio-2016 (173)
    7705
    Abonnieren

    Für die IOC-Entscheidung über die Teilnahme russischer Sportler an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro kann die Meinung der Sponsoren maßgebend sein. Sollten sie erachten, dass der Doping-Skandal dem Image der Wettbewerbe ernsthaft schaden würde, können sie sich laut „USA Today“ gegen die Teilnahme der russischen Auswahl aussprechen.

    Doch alle Großsponsoren der Olympischen Spiele, solche wie Coca-Cola und Visa, schweigen sich aus und enthalten sich jeglicher Kommentare zum Doping-Skandal, so die Zeitung.

    Wie die Finanzanalytikerin und Wirtschaftskommentatorin der Zeitschrift „Expert“ Anna Koroljowa gegenüber Sputnik sagte, beeilen sich die  Großunternehmen, die mit Maria Scharapowa Werbeverträge geschlossen hatten, nicht damit, auf die Zusammenarbeit mit der Sportlerin zu verzichten. So habe das Unternehmen Head, das unter anderem Tennis-Schläger herstellt, sogar erklärt, es sei stolz auf die Zusammenarbeit mit Scharapowa. Reaktionen dieser Art seien auch von anderen ausländischen Sponsoren zu erwarten, die Millionengewinne riskierten, so Koroljowa.

    Wie sich der Doping-Skandal auch immer entwickeln möge, die Sponsoren wüssten, dass die Sportler einen langen Weg zu ihren Leistungen zurückgelegt und neben Olympischen Spielen auch an einer Vielzahl an anderen Wettbewerben teilgenommen haben, so die Expertin.

    Maria Scharapowa sei jedenfalls  ein Sportstar ersten Ranges, egal ob sie nach Rio fahren werde oder nicht, dabei seien die gegen sie erhobenen Doping-Vorwürfe umstritten, so Koroljowa.

    Die Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) über das Verbot von Meldonium, dessen Einnahme Scharapowa zur Last gelegt wurde, beruhe auf keinen umfassenden klinischen Tests, so die Expertin. Sie bemängelte auch den Bericht der unabhängigen Kommission der WADA über eine angeblich verfälschte Doping-Kontrolle bei den Winterspielen 2014 in Sotschi, der nach ihren Worten keine konkreten Beweise enthält.

    Laut Koroljowa wird oft die Meinung geäußert, dass der Doping-Skandal politisiert ist. Die Sponsorunternehmen seien kaum dazu bereit, sich von den Politikern gängeln zu lassen und dabei die eigenen Mediengesichter zu verlieren, die Millionen einbringen, so Koroljowa.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Olympia Rio-2016 (173)

    Zum Thema:

    Doping-Skandal: Russischer Sportminister äußert sich zu annoncierter ARD-Doku
    Nach Doping-Skandal: Mildronat-Produzent wirft WADA Korruption vor
    Russische Generalstaatsanwaltschaft: WADA-Bericht zu Doping-Skandal unbegründet
    „‘Saubere‘ Sportler verteidigen!“ - Russisches Olympia-Team für Rio nominiert
    Tags:
    WADA, Maria Scharapowa, Russland