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    Der deutsche Leichtathletik-Präsident Clemens Prokop hält die IOC-Entscheidung, ehemalige russische Doping-Sünder generell nicht bei den Rio-Spielen starten zu lassen, für rechtswidrig.

    „Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, frühere Doper aus Russland nicht an den Sommerspielen teilnehmen zu lassen, ist eine Verletzung der Rechtsprechung des CAS und des Gleichheitsprinzips“, sagte er am Montag der dpa unter Bezug auf das sogenannte Osaka-Urteil.

    Der Internationale Sport-Gerichtshof CAS hatte vor fünf Jahren die 2008 vom IOC eingeführte Osaka-Regel, der zufolge Athleten nach einer mehr als sechsmonatigen Doping-Sperre nicht an den darauffolgenden Olympischen Spielen teilnehmen dürfen, für ungültig erklärt.

    Medien berichteten, das CAS habe das Urteil getroffen, damit der US-amerikanische 400-Meter-Läufer LaShawn Merritt, der davor positiv getestet worden war, bei den Olympischen Spielen 2012 in London antreten durfte.

    Doppelte Bestrafung nur für die Russen?

    Das IOC hatte am Sonntag statt eines kompletten Ausschlusses Russlands von den Spielen in Rio nur striktere Auflagen für einen Start russischer Sportler in Rio beschlossen. Jene russischen Athleten, die bereits früher wegen Doping gesperrt gewesen waren, werden in Rio nicht starten dürfen – anders als ehemalige Doper aus anderen Ländern.

    „Im Falle der russischen Doping-Sünder wäre es eine zusätzliche und nachträgliche Bestrafung“, erklärte Prokop. Außerdem widerspreche dieser IOC-Beschluss dem Gleichheitsgrundsatz. „Ehemalige Doper aus anderen Ländern, wie der US-Sprinter Justin Gatlin, dürfen in Rio munter mitmachen.“

    Auch LaShawn Merritt wird in Rio antreten dürfen. Der mittlerweile 30-jährige siebenfache Weltmeister und zweifache Olympiasieger war dreimal positiv auf das verbotene Prohormon Dehydroepiandrosteron getestet worden.

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