20:02 19 Februar 2020
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    Der Ausschluss der russischen Behindertensportler von den Olympischen Spielen in Rio ist genauso anstößig wie unfair und zeigt der ganzen Welt die Einstellung der internationalen Sportorganisationen gegenüber Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten, schreibt die Kommentatorin der Zeitung „Independent“, Mary Dejevsky.

    Ihr zufolge hatte die Politik noch vor dem Beginn der Paralympischen Spiele die Oberhand über den Sport gewonnen, als das Internationale Paralympische Komitee (IPC) am 8. August die gesamte Auswahl Russlands von den Spielen in Rio ausschloss.

    Die Kommentatorin bezeichnet die Paralympics-Sperre für russische Athleten als „empörend, unlogisch, unfair und höchst kurzsichtig“. Von ihrem Standpunkt aus wäre selbst ein teilweises Startverbot für die Behindertensportler eine „allzu harte“ Strafe.

    Mit dem Verbot der Teilnahme an den Paralympics werden die russischen Sportler laut Dejevsky nur dafür bestraft, dass sie an einem „unvollkommenen Sportsystem“ beteiligt sind.

    Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) beschuldigt Russland eines angeblichen staatlichen Doping-Programms. Es seien jedoch keine objektiven Beweise für die Schuld der Sportler angeführt worden, und die meisten russischen Athleten seien zur Teilnahme an Olympia 2016 zugelassen worden, so die Kommentatorin.

    Nach ihrer Meinung bedeutet das vom IPC erlassene Verbot, dass die Behindertensportler aus Russland viel strenger bestraft worden sind als ihre körperlich gesunden Kollegen in der Auswahlmannschaft.

    „Ist das etwa Gleichberechtigung? (…) Welche Botschaft über die Rechte und Möglichkeiten der Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten hat nun der Weltsport an Russland geschickt?“, fragt die Verfasserin rhetorisch.

    Wenn das selektive Teilnahme-Verbot für die russischen Paralympioniken weiter in Kraft bleiben sollte, werde dies dafür sprechen, dass sie weniger geschätzt werden als ihre gesunden Kollegen und dass die von Russland erzielten Fortschritte im Bereich der Behindertenrechte nicht von Bedeutung seien, resümiert Dejevsky.

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    Tags:
    Gleichberechtigung, WADA, Mary Dejevsky, Rio de Janeiro, Russland