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05:27 14 Oktober 2019
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    Simone BilesRussische Tennis-Spielerin Maria Scharapowa

    „Wada geht es um Geld“ – Sportexperte über „Lizenz zum Dopen“

    © REUTERS / Eduardo Munoz © AFP 2019 / Roslan Rahman
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    Doping-Skandal (158)
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    Die gehackten Dopingdaten von US-Athletinnen lassen Zweifel an der Wada aufkommen. Während unabhängige Sportexperten undurchsichtige Entscheidungsverfahren der Welt-Anti-Doping-Agentur anprangern, erklärt ein Moskauer Pharma-Forscher, wie Stars wie Serena Williams oder Simone Biles von der angeblichen „Lizenz zum Dopen“ profitiert haben könnten.

    Eine Hackergruppe hat die Datenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur geknackt und pikante Details über amerikanische Athletinnen veröffentlicht. Laut den Unterlagen sollen etwa die Olympiasiegerin Simone Biles, die Tennisstars Venus und Serena Williams oder die Basketball-Spielerin Elena Delle Donne mit Zustimmung der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada systematisch Medikamente eingenommen haben, die eigentlich als Dopingmittel verboten sind.

    Das Methylphenidat, mit der die vierfache Goldgewinnerin im Turnen Simone Biles gedopt haben soll, sei ein starkwirkendes psychostimulierendes Medikament gegen das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, erläutert Pharmakologe Nikolai Korobow von der Medizinischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität. Die Heilwirkung dieser Substanz auf Erwachsene sei fraglich, „immerhin bekommt ein Sportler durch Psychostimulanzien gewisse Vorteile wie bessere Ausdauer oder  Leistungsfähigkeit“.

    Die 22-fache Grand-Slam-Siegerin Serena Williams soll jahrelang Medikamente wie Oxycodon, Hydromorphon, Prednison, Prednisolonum und Methylprednisolon eingenommen haben. „Methylprednisolon und Prednisolonum sind entzündungshemmende Glucocorticoide“, so der Forscher weiter. „Sie mildern Muskelschmerzen und Muskelentzündungen, die durch längere körperliche Belastung entstehen können.“ Oxycodon sei ein Opioid mit starker schmerzstillender Wirkung. „Im Sport ist  dieses Präparat verboten, weil der Athlet die Belastungsgrenze nicht mehr spürt.“

    Das Formoterol, das in den Dopingdaten von Venus Williams entdeckt wurde, werde zur Therapie von Asthma eingesetzt. Das Medikament  weite die Bronchien und erhöhe das Atemvolumen.

    „Es geht schließlich um Politik und Geld“

    Das doppelte Maß und das intransparente Entscheidungsverfahren der Wada seien das Hauptproblem, sagt Spieleragent Andrej Mitkow. „Maria Scharapowa wird wegen des harmlosen Meldoniums gesperrt, während die Williams-Schwestern mit verbotenen Präparaten, die eigentlich für Krebs-Kranke bestimmt sind, dopen dürfen.“

    Nur eine volle Transparenz könnte gegen Manipulationen mit den Dopingdaten helfen: „Jeder muss die Möglichkeit bekommen, sich auf einer Webseite darüber zu informieren, wie viele Male Scharapowa oder Williams getestet wurden und mit welchem Ergebnis.“

    „Es kommen Fragen an die Wada auf: Warum wird ein Athlet 15 Mal im Jahr Dopingtests unterzogen und ein anderer überhaupt nicht kontrolliert und darf dabei Olympia-Medaillen gewinnen“, so der Spielervermittler.

    „Es geht schließlich um Politik, um Geld und Einfluss. Die Wada darf schon jetzt jedem Champion den Titel entziehen und einen Anderen zum Champion ernennen. Jetzt will sie noch mehr Macht, um ganze Länder auszusperren  — wie es bereits mit Russland versucht wurde.“

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    Hacker, Doping, WADA, Serena Williams, Simone Biles, USA