14:28 20 Oktober 2018
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    Britische Fans in Rio

    Wada-Leaks: 53 britische Olympioniken hatten Lizenz zum Dopen

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    53 britische Sportler von insgesamt 366, die im August bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro angetreten waren, haben eine Genehmigung zur Einnahme von verbotenen Arzneimitteln aus therapeutischen Gründen gehabt, wie die nationale Anti-Doping-Agentur Großbritanniens (Ukad) mitteilte.

    Laut den von der Hacker-Gruppe „Fancy Bears“ veröffentlichten Unterlagen hatten 25 Athleten aus acht Nationen solch eine Genehmigung. 14 von ihnen sind Medaillengewinner der Olympischen Spiele in Rio. Dazu zählen auch fünf Sportler aus Großbritannien: Radrennfahrer Chris Froome und Bradley Wiggins, Golfspielerin Charley Hull, Rugbyspielerin Heather Fisher und Ruderer Sam Townsend. Ob die restlichen 48 Namen noch veröffentlicht werden, bleibt abzuwarten.

    Die Ukad-Chefin Nicole Sapstead erklärte jedoch, die Hauptaufgabe ihrer Organisation sei nun, die Veröffentlichung von weiteren Namen derjenigen Briten, die verbotene Substanzen eingenommen haben, zu verhindern. „Die Veröffentlichung der medizinischen Privatdaten ist unpassend“, so Sapstead. Außerdem versuche die Behörde, die Sportler, deren Namen bereits publiziert worden sind, zu kontaktieren. Sapstead betone, die Athleten hätten nichts Rechtswidriges getan.

    Das britische Nationalteam war bei den Olympischen Spielen in Rio mit 366 Sportlern vertreten.

    Zuvor hatte die Hacker-Gruppe „Fancy Bears“ auf ihrer Webseite fancybear.net mehrere Athleten aufgelistet, die positiv auf verschiedene Substanzen getestet worden sein sollen. Ihre Vorwürfe untermauern die Hacker mit mehreren Dokumenten.

    Aus ihnen geht unter anderem hervor, dass die 22-fache Grand-Slam-Siegerin Serena Williams (34) in den Jahren 2010, 2014 und 2015 mit Zustimmung der Wada „aus therapeutischen Gründen“ Oxycodon, Hydromorphon, Prednison, Prednisolonum und Methylprednisolon eingenommen hatte. Ihre Schwester Venus soll von 2010 bis 2013 legal mit Prednison, Prednisolonum, Triamcinolon und Formoterol gedopt haben. Laut weiteren Unterlagen wurde die amerikanische Turnerin Simone Biles trotz positiven Dopingtests nicht gesperrt.

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    Hackerangriff, Sport, Doping, Dopingskandal, Olympische Spiele in Rio de Janeiro, Britische Anti-Doping-Agentur (UKAD), Großbritannien