12:49 02 Juli 2020
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    Doping-Skandal (158)
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    Der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) drohen für ihre Aufrufe zu einer generellen Sperre des russischen Teams an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nun Konsequenzen. Die Agentur könnte sogar komplett ersetzt werden, wie die britische Zeitung „The Guardian“ behauptet.

    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wolle die Wada als Strafe für die Aufrufe, alle russischen Athleten von der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 auszuschließen, durch eine andere Struktur ersetzen, schreibt die Zeitung.

    Wie „The Guardian“ berichtet, hat am Dienstag in einem analytischen Zentrum der Wada eine Diskussion über die Pläne des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) stattgefunden. Dabei soll die Bildung einer Struktur für Berufsethik erörtert worden sein, die sich mit der Bekämpfung von Korruption und vorher vereinbarten Spielergebnissen sowie mit der Anwendung verbotener Präparate befassen und einen Teil der Vollmachten der Agentur übernehmen soll.

    Diese Idee habe der Vorsitzende des Argentinischen Olympischen Komitees und Mitstreiter des IOC-Präsidenten Thomas Bach, Gerardo Werthein, geäußert, dem zufolge die Wada „die Sportbewegung in eine schwierige Lage gebracht hatte“. Der Argentinier hat der Zeitung zufolge die Agentur wegen ihrer offenkundigen Versuche kritisiert, die Verantwortung für die ernsthaften Probleme des gesamten Systems auf andere abzuwälzen.

    „Ungeachtet aller möglichen Ermittlungen haben wir bislang keine adäquate Antwort auf die Frage, warum die Wada nicht früher auf die Situation in Russland reagiert hat, wo sie doch mindestens seit 2010 vom Doping-Problem wusste“, sagte Werthein.

    Wada-Ermittler hatten das russische Sportministerium, die Anti-Doping-Labors in Moskau und Sotschi sowie den Inlandsgeheimdienst FSB beschuldigt, in ein staatlich gesteuertes Dopingprogramm russischer Athleten involviert zu sein, und verlangt, Russlands gesamte Delegation für die Teilnahme an den Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu sperren. Das IOC hatte sich danach für die Olympia-Teilnahme der russischen Athleten ausgesprochen und die Entscheidung den einzelnen Sportföderationen überlassen. Russland wandte sich auch an den Internationalen Sportgerichtshof (CAS). Letztendlich konnte ein Teil des russischen Teams an der Olympiade in Rio teilnehmen.

    Aufgrund des McLaren-Berichts der Wada hatte dann aber das Internationale Paralympische Komitee die Behinderten-Sportlern Russlands komplett von den Paralympics 2016 in Rio ausgeschlossen, wobei CAS dieses Urteil bestätigt hatte.

    Die Wada hatte zudem im November 2015 die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA suspendiert und dem Doping-Kontrolllabor in Moskau die Lizenz entzogen.

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    Tags:
    Doping, Korruption, Russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA), Internationales Sportschiedsgericht CAS, Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB), Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Internationales Olympisches Komitee (IOC), Gerardo Werthein, Thomas Bach, Russland