16:36 26 April 2019
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    Lizenz zum Betrügen: 583 Doping-Freischeine für US-Athleten pro Jahr – Leak

    © AFP 2019 / Christophe Simon
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    Doping-Skandal (158)
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    Die US-Anti-Doping-Agentur USADA hat amerikanischen Sportlern verbotene Substanzen erlaubt – und zwar in 583 Fällen allein 2015. 200 US-Athleten dopen bis heute legal. Das belegen laut der Aktivistengruppe „Fancy Bears“ USADA-Unterlagen.

    Die Hacker von Fancy Bears haben bereits mehrmals die Antidoping-Datenbank ADAMS geknackt und Namen von Sportlern veröffentlicht, die mit Zustimmung der WADA verbotene Substanzen einnahmen.

    Unlängst haben sie weitere Dokumente publiziert. Diesmal sei die Korrespondenz von US-Sportfunktionären mit dem wissenschaftlichen Leiter der USADA, Dr. Matt Fedoruk, in die Hände der Fancy Bears gelangt, sagen die Aktivisten. Daraus gehe hervor, dass die Antidoping-Behörden den US-Sportlern im Jahr 2015 in 583 Fällen die Einnahme verbotener Substanzen erlaubt hätten – aus medizinischen Gründen, wie es heißt. 200 Sportler kommen demnach bis heute in den Genuss sogenannter therapeutischer Ausnahmen.

    Der Radsport sei vom Doping am meisten betroffen, betonen die Hacker. 102 Radsportler hätten die Lizenz zum Dopen erhalten. Mit 68 bzw. 58 „therapeutischen Ausnahmen“ belegen die Leichtathletik und der Triathlon die Plätze zwei und drei auf dem Doping-Siegertreppchen. 42 WADA-Zustimmungen erhielten die Schwimmer, 37 die Wintersport-Athleten.

    Unter den „Ausnahme“-Athleten seien auch Teilnehmer der diesjährigen Paralympics: Die Basketball-Spielerinnen Abigail Dunkin und Jennifer Polst. Zudem werden in den Unterlagen Seth Jahn von der paralympischen US-Footballmannschaft sowie die Ex-Basketball-Spieler Matt Lesperance und Will Waller genannt.

    Dank den Veröffentlichungen der Fancy Bears konnte außerdem geklärt werden, dass auch US-amerikanische Tennisspieler vor Doping nicht Halt machen, so die Schwestern Venus und Serena Williams, Petra Kvitová und Rafael Nadal.

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