12:33 03 Dezember 2016
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    Russlands Anti-Doping-Agentur

    Russland wird in Zukunft hart gegen Doping vorgehen

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    Doping-Skandal (130)
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    Russland führt ernsthafte Veränderung bei der Bekämpfung des Dopings von Sportlern ein. Gegen die Leiter des Gesamtrussischen Leichtathletik-Verbandes und des Moskauer Anti-Doping-Labors wird im Zusammenhang mit dem Dopingskandal ermittelt. Darüber sprach Vitali Smirnow, Chef der russischen Unabhängigen gesellschaftlichen Anti-Doping-Kommission.

    Die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA wird laut Smirnow in Zukunft unabhängig sein und direkt vom Staat finanziert werden. Das Moskauer Anti-Doping-Labor wird nun nicht dem Sportministerium, sondern der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität unterstellt sein.

    Putin bei „Night Hockey League“ in Sotschi (Archivfoto)
    © Sputnik/ Mikhail Klimentiev

    Weiter sagte Smirnow: „Kürzlich sind wesentliche Änderungen in die föderale Gesetzgebung eingebracht worden: Russlands Präsident, Wladimir Putin, hat einen Erlass unterzeichnet, laut dem das Verleiten zur Anwendung von verbotenen Substanzen und Methoden in unserem Land strafrechtliche Verantwortlichkeit bis zu einem Jahr Haftstrafe nach sich zieht. Diese Vorgehensweise entspricht den Maßnahmen, die in den in Bezug auf die Doping-Bekämpfung führenden Ländern wie Italien und Deutschland ergriffen werden.“

    Smirnow erinnerte daran, dass der Dopinggebrauch durch die russischen Sportler gleichzeitig von drei Kommissionen ermittelt werde. Die Kommissionen werden von Richard McLaren, Denis Oswald beziehungsweise von Guy Canivet geleitet. Die von Canivet geleitete Disziplinarkommission solle auf der Grundlage der Berichte der ersten beiden Kommissionen entsprechende Empfehlungen geben. Es sei gerade diese Kommission, die darüber entscheiden könne, Sanktionen gegen das Olympische Komitee Russlands zu verhängen. Heute arbeite die Anti-Doping-Kommission aktiv mit internationalen Behörden zusammen.  

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    „Ich hatte ein langes Gespräch mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach. Wir haben eine ganze Reihe sehr wichtiger Fragen besprochen. Es gab auch Treffen mit dem Leiter der IOC-Disziplinarkommission, Guy Canivet, und mit dem Leiter der Kommission, die Dopingproben analysiert, Denis Oswald. Ich habe mehrmals gesagt, dass der russische Sport weitestgehend von der Arbeit und von den Ergebnisberichten der Kommissionen von Canivet und Oswald abhängen wird. Jetzt können wir mit Freude feststellen, dass unsere Zusammenarbeit mit ihnen weitergeht und auf eine konstruktive Weise verläuft.“

    Nach Worten des stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Ermittlungskomitees, Ilja Lasutow, sind die ermittelten Angaben kein Beweis dafür, dass es ein staatliches Anti-Doping-Programm gibt. Es wird gegen die Leiter des Gesamtrussischen Leichtathletik-Verbandes und des Moskauer Anti-Doping-Labors ermittelt. Im Interesse der Ermittlung werden keine Namen genannt. Allerdings ist Grigori Rodtschenkow schon überall bekannt.

    „Es tauchen immer mehr Tatsachen auf, die bestätigen, dass der ehemalige Chef des Moskauer Anti-Doping-Labors, Grigori Rodtschenkow, längere Zeit sein Amt missbrauchte, um persönlichen Profit zu ziehen. Im Jahr 2011wurde er wegen illegalen Erwerbs, Besitzes und Vertriebs harter Rauschgiftmittel zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen. Einige Sportler haben angegeben, dass Grigori Rodtschenkow sie zum Gebrauch der Substanzen verleitete, deren wirkliche Eigenschaften ihnen nicht bekannt waren. Wenn dieser, milde gesagt, unehrliche Mensch das Anti-Doping-Zentrum leitete, war er durchaus imstande, ein kriminelles Netzwerk zu entwickeln, zu gründen und zu leiten. Darüber sind wir uns im Klaren.“

    Lasutow zufolge befinden sich die Ermittlungen in der aktiven Phase. Bei den entsprechenden internationalen Behörden seien Anfragen eingereicht worden: in den USA bezüglich der Aufnahme der Aussagen von Rodtschenko; in Kanada hinsichtlich der WADA-Akten, die dem Bericht von McLaren zugrunde liegen. Und bei der Schweiz solle beantragt werden, Behälter für Dopingproben von dem Unternehmen „Berlinger“ bereitzustellen. Bisher sei noch keine Antwort von den internationalen Behörden eingegangen.

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    Tags:
    Doping, IOC, RUSADA, Russland
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