05:17 14 Dezember 2019
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    Wie man bei der Wada offiziell dopen darf – neue Beweise „erhackt“

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    Athleten aus 14 Staaten haben 2015 bis 2016 von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada Ausnahmegenehmigungen für Medikamente erhalten, die eigentlich auf der Liste der verbotenen Dopingmittel stehen, wie Sputnik aus von der Hackergruppe „Fancy Bears“ recherchierten Dokumenten erfuhr.

    Gehackte E-Mails von Mitarbeitern der Wada sowie einzelner internationaler Sportverbände sind Dokumente enthalten, die in Einzelfällen doch grünes Licht für den Konsum verbotener Mittel auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung TUE (Therapeutic Use Exemption) geben.

    TUE für Michael Rimmer - geliefert von Fancy Bears
    © Foto : IAAF Atheletics
    TUE für Michael Rimmer - geliefert von Fancy Bears
    TUE für Adam Gemili - geliefert von Fancy Bears
    © Foto : IAAF Atheletics
    TUE für Adam Gemili - geliefert von Fancy Bears

    Derartige Papiere waren unter anderem an den britischen Mittelstreckenläufer Michael Rimmer, Rugbyspielerin Danielle Waterman, Sprinter Adam Gemili sowie Kanu-Slalom-Fahrerin Fiona Pennie ausgegeben worden.

    TUE für Fiona Pennie - geliefert von Fancy Bears
    © Foto : ADAMS
    TUE für Fiona Pennie - geliefert von Fancy Bears

     

    Andere von „Fancy Bears“ gehackte E-Mails einiger Usada-Mitarbeiter (amerikanische Anti-Doping-Agentur) zeugen wiederum davon, dass auch mehrere US-amerikanische Athleten kurz vor den Olympiaspielen in Rio de Janeiro Ausnahmegenehmigungen für Arzneimittel beantragt hatten, die sonst auf der Dopingliste stehen. Dies berichtet auch Spiegel Online.

    Die Usada-Angestellten waren demnach rund sechs Wochen vor den Spielen in Rio unter massiven Druck geraten, da viele Athleten gleichzeitig und zudem nicht fristgerecht TUE beantragt haben sollen.

    „Es nimmt einfach kein Ende“, zitiert Spiegel Online eine Mail der für Ausnahmegenehmigungen zuständigen Usada-Mitarbeiterin Shelly Rodemer an ihre Kollegen vom 30. Juni. „Ich bekomme Anträge für ADHS/Prednison-TUEs von Leichtathleten und Schwimmern, die zurzeit bei den Ausscheidungswettkämpfen für die Olympischen Spiele sind. Ich nehme an, dass ich die Anträge trotzdem bearbeiten werde, obwohl die Wettbewerbe schon begonnen haben, oder?“, heißt es in der Korrespondenz.

    Der Wissenschaftsdirektor der Usada, Matthew Fedoruk, hat dem Magazin zufolge schon im Januar 2016 bei der Wada Alarm geschlagen. Die meisten US-Athleten würden sich bezüglich der TUE nicht an die Regeln halten.

    „In der Realität ist es so, dass wir viele Anträge von Athleten erhalten, die bereits damit begonnen haben, ein Medikament einzunehmen, das im Wettkampf verboten ist“, schrieb er laut Spiegel Online.

    2015 waren nach Wada-Angaben 1330 Ausnahmegenehmigungen erteilt worden, 2014 belief sich diese Zahl nur auf 897.

    Zuvor war berichtet worden, dass zwei US-Sportler vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Kokain genommen hatten — angeblich um abzunehmen.

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