13:35 22 Juni 2018
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    Simone Biles, vierfache Goldgewinnerin im Turnen (USA), soll mit Methylphenidat legal gedopt haben.

    Skandal um Starsportler: Jeder zweite Deutsche gegen „Lizenz zum Dopen“

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    Doping-Skandal (158)
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    Vor dem Hintergrund der Doping-Enthüllungen über britische und US-Spitzenathleten lehnen die meisten Europäer und Amerikaner die umstrittenen Ausnahmegenehmigungen für kranke Sportler ab. Dennoch gibt es in den USA und in Großbritannien nicht wenige Befürworter der so genannten Lizenz zum Dopen, wie die jüngste Sputnik.Polls-Studie zeigt.

    Skandal um Starsportler: Europäerr und Amerikaner lehnen „Lizenz zum Dopen“ ab
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    Skandal um Starsportler: Europäerr und Amerikaner lehnen „Lizenz zum Dopen“ ab

    Laut der Studie ist jeder zweite Deutsche gegen das geltende Verfahren, bei dem Athleten bei der Anti-Doping-Agentur „aus gesundheitlichen Gründen“ ausnahmsweise Medikamente beantragen und einzunehmen dürfen, die sonst als Doping verboten sind.

    In Polen liegt der Anteil der Gegner sogar bei 66 Prozent, in den USA bei 45 Prozent, in Großbritannien bei 38 Prozent. Diese ablehnende Haltung teilen rund die Hälfte der Franzosen und ebenso viele Italiener.

    Zugleich hält fast jeder dritte Spanier es für vertretbar, dass Athleten aus gesundheitlichen Gründen ansonsten verbotene Mittel und Substanzen einnehmen, ohne eine Sperre befürchten zu müssen. Auch in den USA und in Großbritannien ist die Toleranzquote relativ hoch:  28 bzw. 27 Prozent. In Deutschland befürworteten 22 Prozent der Befragten die Ausnahmegenehmigungen.

    Mehrere Befragte vertraten die Meinung, dass Doping generell erlaubt werden müsse – um sowohl kranken als auch gesunden Athleten die gleichen Chancen zu geben. In Großbritannien waren es 22 Prozent, in Deutschland und Spanien jeweils 19 Prozent, in den USA 17 Prozent.

    Anfang Semptember knackte die Hackergruppe „Fancy Bears“ die Datenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur und veröffentlichte pikante Details über amerikanische und britische Athleten. Laut den Unterlagen haben etwa die Olympiasiegerin Simone Biles, die Tennisstars Venus und Serena Williams oder die Basketball-Spielerin Elena Delle Donne mit Zustimmung der Wada systematisch Dopingmittel eingenommen haben – angeblich aus gesundheitlichen Gründen. Die Wada hat bestätigt, dass die veröffentlichten Unterlagen echt sind.

    Die französische Meinungsforschungsfirma Ifop hat vom 22. bis  26. Oktober 2016 im Auftrag der Nachrichtenagentur Sputnik insgesamt 7043 Menschen über 18 Jahre in Deutschland, Großbritannien, den USA, Frankreich, Spanien und Italien befragt.

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    Tags:
    Doping, Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Deutschland, USA
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