21:25 18 Februar 2018
SNA Radio
    Russische Sportlerinnen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio

    Bild eines „bösen Russlands“ für McLaren wichtiger als Anti-Doping-Kampf – Journalist

    © Sputnik/ Grigoriy Sisoev
    Sport
    Zum Kurzlink
    Doping-Skandal (158)
    1117131

    Wada-Chef Richard McLaren kämpft anscheinend gar nicht so sehr gegen das Doping im russischen Sport, sondern versucht vielmehr, die Welt stets an ein „böses Russland“ zu erinnern, wie der Sportjournalist der spanischen Tageszeitung „El Diario Vasco”, Iñigo Goñi Iradi in einem Interview mit der Agentur Sputnik äußerte.

    “Die Hauptfrage, die der zweite Teil des McLaren-Berichts bei mir hervorgerufen hat, ist, ob jemals ein Punkt beim Thema des Dopings im russischen Sport gemacht wird. Es sieht so aus, dass der Autor des Berichts gar nicht so sehr dagegen kämpft, um dem Doping im russischen Sport ein Ende zu setzen. Vielmehr hat er anscheinend ein Thema gefunden, mit dessen Hilfe er stets die Welt daran erinnern kann, wie böse Russland sei“, sagte Iradi.

    Erst habe er russische Athleten diskreditiert, die an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hätten teilnehmen sollen. Nun bemühe er sich darum, die Sportler zu beschuldigen, die sich an der Olympia in Sotschi und auch an früheren Wettbewerben beteiligt hatten. „Wie weit will er gehen? Will er die ganze russische olympische Geschichte revidieren? Aus meiner Sicht ist die Situation ins Absurde geraten», so der Journalist weiter.

    Er kann nach eigenen Angaben ein negatives Verhältnis der meisten Menschen zu therapeutischen Ausnahmen für einzelne Athleten zwar verstehen. Nicht immer werde diese Möglichkeit von Sportlern genutzt, die tatsächlich Medikamente brauchten. Dadurch bekämen sie einen Vorteil vor anderen Athleten. Doch „wenn man das Doping bekämpfen will, muss man sich genau damit beschäftigen und an der Entwicklung eines Systems arbeiten, in dem dies einfach unmöglich wäre“. McLaren verfolge jedoch offenbar ganz andere Ziele.

    Dabei dürfe es  aus Sicht des Journalisten wohl Ausnahmen geben. Sonst wären die Türen auf dem Weg zum großen Sport für Menschen mit Krankheiten einfach geschlossen.

    Dem Interview war die Vorstellung des zweiten Teils des McLaren-Berichts in London vorangegangen. Dort heißt es, dass mehr als 1.000 russische Sportler in Manipulationen mit den Doping-Proben involviert gewesen oder dadurch bei Wettbewerben begünstigt worden seien.

    Themen:
    Doping-Skandal (158)

    Zum Thema:

    „Dreck und Zynismus“: Sacharowa im Klartext zu Wada-Diskussion über Russland - VIDEO
    Wie man bei der Wada offiziell dopen darf – neue Beweise „erhackt“
    Nach WADA-Enthüllungen: Putin stellt Zukunft des Weltsportes infrage
    Wada-Leaks: 53 britische Olympioniken hatten Lizenz zum Dopen
    Tags:
    Möglichkeit, Verhältnis, Kampf, Sportler, Doping, Bericht, Richard McLaren, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren