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    Russische Olympiasieger von Sotschi im Biathlon

    Sollen russische Biathleten in den „Doping-Bann“? – DSV fordert Fakten

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    Nach den Doping-Vorwürfen gegen russische Biathleten warnt Stefan Schwarzbach vom Deutschen Skiverband (DSV) vor übereiligen Schlüssen: Es müssten konkrete Namen und Fakten auf den Tisch, bevor weitreichende Konsequenzen gezogen würden, sagte er im Sputnik-Interview.

    Wada-Ermittler Richard McLaren hatte zuvor in seinen Untersuchungen zum Doping-Skandal 31 Biathleten sowie mehrere Skilangläufer aus Russland belastet. Die Internationale Biathlon-Union IBU gründete daraufhin eine fünfköpfige Expertengruppe, die sich der Fälle annehmen und den Weltverband beraten soll. Die Experten sollen ihren Bericht am 22. Dezember vorlegen.

    Laut Schwarzbach verfügt der DSV über keine Details über diese Expertengruppe: „Wir haben tatsächlich keine Information bekommen.“ „Als wir gehört haben, dass diese Kommission ins Leben gerufen wird, haben wir sofort den Kontakt mit der IBU aufgenommen. Dort wurde uns mitgeteilt, dass sie dazu aktuell nichts sagen können, weil alles noch strengster Geheimhaltung unterliegt.“

    Ob deutsche Vertreter in der Kommission seien, sei ebenfalls unklar. Die IBU werde nächste Woche Näheres dazu erklären. „Ansonsten sind wir auf die Nachrichtenlage angewiesen“, so Schwarzbach.

    Laut Medienberichten haben die Verbände von Tschechien, Norwegen, Kanada und den USA bereits gefordert, Russland mehrere Biathlon-Veranstaltungen, darunter die Weltmeisterschaft 2021 in Tjumen, zu entziehen.

    Schwarzbach ruft jedoch zum Abwarten auf, bis konkrete belastbare Fakten ermittelt seien. Es müsse eine einheitliche Regelung gefunden werden, nach der dann geurteilt und gerichtet werden sollte. „Aber bevor gerichtet wird, muss die Anklageschrift ordentlich verlesen werden und geprüft werden, wer in die Vorwürfe tatsächlich involviert ist“, so der Ski-Verband-Sprecher.

    Es müsse abgewartet werden, welche konkreten Namen, belastbaren Fakten und Zahlen dann tatsächlich auf den Tisch kämen, sagte Schwarzbach. „Noch ist alles relativ vage. Das, was im McLaren-Report zu lesen ist, ist schlimm genug, es sind ein paar konkrete Anschuldigungen drin. Aber letztendlich reicht das sicherlich noch nicht, um so weitreichende Konsequenzen zu ziehen, über die wir gerade diskutieren. Dazu müssen Namen und Fakten auf den Tisch.“

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    Biathlon, Stefan Schwarzbach, Russland