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19:43 17 August 2019
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    Der stellvertretende Vorsitzende der russischen Regierung und ehemalige Sportminister Vitali Mutko

    „Einer macht Urin-Kontrollen, der Andere Politik“ – Mutko bezichtigt NADOs des Lügens

    © Sputnik / Aleksei Filippow
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    Sämtliche Behauptungen über ein angeblich staatliches Doping-System in Russland sind eine Lüge, wie der stellvertretende Vorsitzende der russischen Regierung und ehemalige Sportminister Vitali Mutko mitteilte. Die Nationalen Anti-Doping-Agenturen (NADOs) sollten besser ihre Arbeit machen, anstatt sich in Politik einzumischen.

    Der russische Sport sei „einer der saubersten der Welt“, so Mutko. Als Beweis dafür dienten die Kontrollergebnisse des Jahres 2016 der britischen Anti-Doping-Agentur (Ukad) bei russischen Sportlern.

    „Was haben wir nach Jahresergebnissen? 26 Regelverstöße, 21 von ihnen mit Meldonium und nur fünf echte Verstöße“, sagte Mutko.

    Die Vorwürfe eines „Staatsprogramms“ seien eine Lüge.

    Andere Kompetenzen, andere Aufgaben

    Gleichzeitig kritisierte Mutko die Arbeit der NADOs.

    „Anti-Doping-Agenturen sind nun mal Anti-Doping-Agenturen, sie sollen die Situation in ihren Ländern kontrollieren und Urin sammeln, ohne sich in Politik einzumischen“, so Mutko.

    „Wir verhalten uns sehr fair. Aber es ist leider unmöglich, mit der ganzen Welt zusammenzuarbeiten. Jeder sollte seine Arbeit machen: Der Eine sollte Proben sammeln und therapeutische Empfehlungen abgeben, der Andere soll sich mit Politik beschäftigen.“

    Die politischen Fragen gehörten zu den Kompetenzen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und der internationalen Sportorganisationen. 

    „Heute beginnen Menschen, die Urin eigentlich untersuchen sollen, Druck auf jene Menschen auszuüben, die politische Entscheidungen treffen“, wundert sich der ehemalige Sportminister.

    Die Berichte von Richard McLaren gäben keinerlei Anlass für solche Erklärungen, sie beinhalteten nichts Neues. Es gebe nur eine „goldene“ Linie über ein staatliches Programm, aber keine Fakten, die das beweisen könnten.

    Am Dienstag hatten die führenden 19 Nationalen Anti-Doping-Agenturen (NADOs), darunter aus Deutschland, den USA und Frankreich, nach einem zweitägigen Treffen in Dublin den unbefristeten Ausschluss Russlands von allen internationalen Sportwettbewerben und deren Ausrichtung wegen eines angeblichen systematischen Staatsdopings gefordert.

    Der kanadische Anwalt Richard McLaren hatte am 9. Dezember den zweiten Teil seiner Ermittlungen im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vorgestellt. Demnach gehörten mehr als 1000 russische Sportler zwischen 2011 und 2015 zu einem staatlich angelegten Dopingsystem.

    Die Manipulationen sollen demnach auch die Olympischen Spiele 2012 und 2014 betroffen haben. Russland weist jegliche Anschuldigungen eines staatlich geförderten Doping-Systems im Land entschieden zurück.

    Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte immer wieder zu den Vorwürfen erklärt, dass Moskau jegliche staatliche Verwicklung in mögliche Dopingfälle russischer Sportler entschieden zurückweise.

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    Tags:
    Dopingskandal, Dopingvorwürfe, Doping-Probe, Sportler, Sport, NADOs, Britische Anti-Doping-Agentur (UKAD), Vitali Mutko, Russland