23:45 23 April 2017
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    Anschlag auf BVB-Bus

    Anschlag auf BVB-Bus Polizei fasst Tatverdächtigen

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    Die Polizei hat am Freitagmorgen einen Verdächtigen gefasst, der hinter dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund stecken könnte.

    Dabei handelt es sich nach Angaben der Ermittler um den 28 Jahre alten Sergej W. aus Baden-Württemberg, berichtete zunächst die "Bild". Er besitzt die russische und deutsche Staatsbürgerschaft.

    Der Mann sei in Baden-Württemberg im Raum Tübingen durch Beamte der Spezialeinheit GSG 9 festgenommen worden, teilte später der Generalbundesanwalt mit.

    Der Beschuldigte stehe in dem Verdacht, am 11. April 2017 den Anschlag auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins Borussia Dortmund verübt zu haben. Ihm werde versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

    Der Tatverdächtige hatte laut der Staatsanwaltschaft im Teamhotel des BVB eingecheckt. Er hatte dort bereits am 9. April ein Zimmer im Dachgeschoss des Hotels mit Blick auf den späteren Anschlagsort bezogen. Von dort aktivierte er die Bomben vermutlich per Fernzünder.

    Angeblich habe er nicht aus einem terroristischen Hintergrund, wie zunächst vermutet, heraus gehandelt. Die Ermittler vermuten offenbar Wetten am Aktienmarkt als Motiv hinter der Tat. 

    Der Beschuldigte soll am 11. April, dem Tag des Anschlags, 15.000 Verkaufsoptionen in Bezug auf die Aktie von Borussia Dortmund erworben haben. Der Kauf sei von einem Gerät mit der IP-Adresse des BVB-Mannschaftshotels L'Arrivée getätigt worden. Mit der Option setze man auf fallende Kurse. Die Optionsscheine soll Sergej W. über einen etwa eine Woche zuvor aufgenommenen Verbraucherkredit finanziert haben.

    Mit dem Anschlag wollte er der Generalbundesanwaltschaft zufolge einen Kurssturz der BVB-Aktie zu bewirken und damit Millionen zu verdienen.

    Wie die "Bild" berichtet, wird offenbar nach zwei möglichen Komplizen des Verdächtigen gefahndet. Sie könnten die Bomben mit einem Auto nach Dortmund gebracht haben.

    Am 11. April 2017 waren etwa eineinhalb Stunden vor dem Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco drei mit Metallstiften gefüllte Bomben am BVB-Mannschaftsbus detoniert. Sie waren am Straßenrand nahe des Teamhotels deponiert. BVB-Spieler Marc Bartra wurde bei dem Anschlag verletzt.

     

    Tags:
    Aktien, Tatverdächtige, Polizei, Borussia Dortmund, Deutschland
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