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04:38 18 August 2019
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    Bundesteam in St. Petersburg während des Confed Cups 2017

    Löws Jungs verleihen russischem Terroropfer Kraft zum Weiterleben - Interview

    © Sputnik / Grigorij Sysoew
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    Als die deutsche Nationalelf nach dem Confed Cup in Russland von dem tragischen Vorfall im Leben der 24-jährigen Evelina hörte, machte sie ihr kurzerhand ein ganz persönliches Geschenk. Die junge Russin, die bei dem Terroranschlag in St. Petersburg schwere Verletzungen davongetragen hat, ist darüber überglücklich, wie sie selbst Sputnik sagte.

    „Das Schlimmste, das ist schon vorbei“, sagt Evelina voller Zuversicht. Die 24-jährige Russin wohnt bei St. Petersburg.

    Die Liebe zum deutschen Fußball hat Evelina von ihrem Vater, einem Deutschland-Fan durch und durch. Es sei vor allem die Technik und die ungeheure Motivation der Spieler, die sie so begeistern, sagt sie.

    Foto von Evelina aus ihrem VK-Profil

    „Ich habe an den Sieg Deutschlands beim Confed Cup geglaubt!“, gibt die junge Frau zu. Ihr Lieblingsspieler – wie könnte es auch anders sein: Oliver Kahn. Der Lieblingsverein: Natürlich der FC Bayern.

    Von dieser großen Liebe erzählte eine Freundin von Evelina der deutschen Nationalmannschaft. Die Jungs von Joachim Löw zögerten nicht lange, unterschrieben ein Nationaltrikot und ließen es Evelina zukommen. „Alles Gute dir, Evelina“, so Löws persönliche Grüße an die Russin.

    • Das Geschenk von Nationalelf für Evelina
      Das Geschenk von Nationalelf für Evelina
      © Sputnik / Evelina Antonowa
    • Das Geschenk von Nationalelf für Evelina
      Das Geschenk von Nationalelf für Evelina
      © Sputnik / Evelina Antonowa
    • Das Geschenk von Nationalelf für Evelina
      Das Geschenk von Nationalelf für Evelina
      © Sputnik / Evelina Antonowa
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    © Sputnik / Evelina Antonowa
    Das Geschenk von Nationalelf für Evelina

    Die junge Frau konnte ihr Glück offenbar gar nicht fassen: „In den ersten Sekunden wusste ich gar nicht, was ich sagen sollte. Das war schon sehr überraschend. Dann habe ich meine Freundin umarmt, die mir das T-Shirt überreicht hat“, erzählt sie. „Ich habe zuerst gedacht, dass es eher ein kleines, symbolisches Geschenk sein würde. Dass aber die ganze Mannschaft das Trikot signiert…“

    „Das hat mir ganz viel Kraft gegeben. Jetzt möchte ich schnell gesund werden und dann vielleicht das Spiel der deutschen Elf live miterleben“, freut sie sich.

    Und dann nutzt Evelina die Chance, den Fußballprofis noch etwas auszurichten:

    „Bleibt so einmalig, wie ihr seid! Ihr seid ja dadurch stark, dass jeder von euch seine Stärken, sein Talent hat und dabei immer auch ein Teamplayer ist. Eure Fans sind immer mit euch! Was soll man dem noch hinzufügen?“

    Bei dem Terroranschlag am 3. April in der St. Petersburger U-Bahn waren 16 Menschen gestorben, 87 weitere wurden verletzt. Für die meisten war der Anschlag ein tiefer Einschnitt, der ihr Leben abrupt verändert hat. Unter den Schwerverletzten war auch Evelina, eine wahre Schönheit, Absolventin einer polytechnischen Hochschule.

    Sie befand sich im Zentrum der Explosion: Erst hatte sie neben dem Täter gesessen, dann stand sie auf, um in der nächsten Station auszusteigen. Der Sprengsatz detonierte nur einen Schritt von ihr entfernt.

    Wie durch ein Wunder überlebte die junge Frau – ein Fahrgast aus dem nächsten Waggon trug Evelina vom Anschlagsort weg. Ihr Gesicht ist aber für immer entstellt. Evelinas Ausweis ist bei dem Anschlag verbrannt, sodass ihre Eltern sie später nur anhand ihrer Maniküre wiedererkennen konnten, wie die Zeitung „Komsomolskaja prawda“ schrieb.

    Es hätte noch schlimmer kommen können, sagen ihre Ärzte: Nur weil Evelina durch das Smartphone abgelenkt war, sind ihre Augen unverletzt geblieben. Die junge Frau muss in mehreren Etappen weiter medizinisch behandelt werden. Doch in ihrem Unglück ist Evelina nicht alleingelassen: Freunde sind für sie da – und die deutsche Nationalelf eben auch.

    Interview: Ilona Pfeffer

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    Tags:
    U-Bahn-Anschlag, Terroropfer, Geschenk, Interview, Deutscher Fußball-Bund (DFB), Joachim Löw, St. Petersburg, Deutschland, Russland