16:07 11 Dezember 2017
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    Diesmal nur Bronze: Usain Bolt hat einem Dopingsünder aus den USA seine letzte WM verloren

    Bolts Niederlage gegen Ex-Dopingsünder Gatlin: „Gut für Russland“

    © REUTERS/ Toby Melville
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    Der ehemalige Dopingsünder Justin Gatlin darf mit der US-Flagge durch das Stadion laufen – cleane russische Leichtathleten dürfen dagegen nur unter neutraler Flagge an der WM teilnehmen. Dies lässt unbequeme Fragen an die IAAF aufkommen – so kommentiert die russische Zeitung „Sport-Express“ den Sieg von Gatlin über Usain Bolt in London.

    „Dass Bolt gegen Gatlin verlor, ist gut für Russland“, titelt das Blatt am Montag. Im Bericht heißt es: „Nach dem 100-Meter-Finale wurde im Stadion gebuht und gepfiffen. Justin Gatlin wird nicht gemocht – und das ist kein Geheimnis (…) Auf der Pressekonferenz bezogen sich alle Fragen lediglich auf Gatlins Doping-Vergangenheit und darauf, wie ethisch seine Teilnahme an Wettbewerben überhaupt ist.“

    Verlierer Bolt habe jedoch keine Vorwürfe gegen Gatlin erhoben und ihn nach dem Lauf umarmt. Angesichts dieser Reaktion des Jamaikaners entstünden sofort Fragen an den Weltleichtathletikverband IAAF, so der Kommentar.

    „Die Hauptfrage ist: Worin liegt eigentlich das Problem der gegenwärtigen russischen Nationalmannschaft? Warum ist der zuvor zweimal disqualifizierte Gatlin völlig berechtigt, mit der US-Flagge durch das Stadion zu laufen, während Sergej Schubenkow und Maria Lasizkene trotz ihres tadellosen Rufes nicht einmal die russische Nationalhymne in ihren Hotelzimmern hören dürfen?“, schreibt die Zeitung. 

    Tatsächlich durften die 19 zugelassenen Russen bei der Leichtathletik-WM in London, wie das Blatt erläutert, nur unter neutraler Flagge auftreten. Es war ihnen verboten, Trikots mit russischen Staatssymbolen zu tragen, sich die Hymne in offiziellen WM-Anlagen anzuhören und die IAAF öffentlich zu kritisieren.

    „Vielleicht sollten die sportlichen Entscheidungsträger endlich damit klarkommen, was gut ist und was schlecht?“, mahnt die Zeitung. Aus ihrer Sicht wäre Gatlins ausgebuhter Sieg eine wunde Stelle der IAAF, die die russischen Sportbeamten immer wieder unterstreichen sollten, damit die russische Leichtathletik ihre Rechte zurückbekommt.

    „Im Weitsprung siegte am Samstag übrigens der Südafrikaner Luvo Manyonga, der einst des Drogenkonsums überführt worden war. An ihn werden jedoch keine Fragen gestellt“, so der Kommentar weiter.

    Den einen sei alles also verziehen worden, den anderen keineswegs: „Russlands Leichtathletikverband hat längst eine andere Führung. Auch die Mannschaft ist inzwischen anders. Diejenigen, deren alte Proben sich im Nachhinein als positiv erwiesen hatten, treten nicht mehr auf. Auch die äußerst schwere Strafe in Form des Olympia-Verbots wurde schon abgebüßt. Die meisten russischen Athleten verbrachten zwei Jahre lang ohne internationale Turniere – dies entspricht faktisch einer Disqualifikations-Frist. Und alle Cleanen mussten mit abbüßen – für alle Fälle. Wach auf, die IAAF!“

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    Tags:
    Leichtathletik, Doppelstandards, Doping, IAAF, Usain Bolt, Justin Gatlin, USA, Russland
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