Widgets Magazine
13:17 20 Oktober 2019
SNA Radio
    Bundestrainer Joachim Löw (in d. M.) während Trainingsarbeit der deutschen Fußballnationalmannschaft (Archivbild)

    Das „russische“ Campo Bahia finden und dann „Übermenschliches“ schaffen – DFB

    © AFP 2019 / Sebastian Gollnow
    Sport
    Zum Kurzlink
    1203
    Abonnieren

    Mit zehn Siegen aus zehn Spielen hat sich Titelverteidiger Deutschland souverän für die WM 2018 in Russland qualifiziert. Bundestrainer Joachim Löw denkt aber nicht ans Feiern. Er will den Titel verteidigen. Der Fahrplan bis dahin steht – fast.

    Wie ernst es Löw mit der Titelverteidigung ist, konnte man bei der Pressekonferenz nach dem Sieg gegen Aserbaidschan (5:1) erfahren. „Wären sie enttäuscht, wenn wir bei der kommenden WM im Halbfinale ausscheiden?“ fragt ein Kollege den Bundestrainer. Löws Antwort kam ohne Zögern: „Klar, wenn man kurz vor dem Finale rausfliegt, ist man ein bisschen am Boden zerstört. Wenn man im Halbfinale steht, will man den Schritt ins Finale machen.“ Und das dann auch gewinnen.

    Vorher muss aber freilich der Rahmen gesetzt werden. Den bildete vor dreieinhalb Jahren das Campo Bahia. In dem Teamquartier an der brasilianischen Atlantikküste fand die Nationalmannschaft optimale Bedingungen vor. Der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bezeichnete das Campo Bahia gar als „bestes Quartier aller Zeiten“. Ein solches Refugium in Russland zu finden, das ist der Job von  DFB-Manager Oliver Bierhoff. Seit über einem Jahr widmet er sich mit voller Konzentration und „högschder Disziplin“ – wie sie der Bundestrainer immer fordert – der Suche.

    Drei Standortfavoriten hat Bierhoff schon ausgemacht: Moskau, St. Petersburg und Sotschi kommen in Frage. Wobei die Nationalmannschaft vor allem an den Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 sehr gute Erinnerungen hat. Hier schlug der Weltmeister im Sommer sein Lager auf und gewann mit einer Mannschaft junger Talente überraschend den Fifa-Confederations-Cup. „Der Aufenthalt in Sotschi hat auf uns alle gewirkt“, betonte Bierhoff damals.

    Zurück in die Zukunft und zur „högschden Disziplin“: Die Nationalspieler wissen, dass auch das schönste Trainingsquartier nichts nutzt, wenn es an Fitness und Einstellung fehlt. Darum betonte der doppelte Torschütze Leon Goretzka, dessen Stern beim Confed-Cup aufging, nach dem Spiel gegen Kasachstan:

    „Es gilt für jeden Einzelnen, sich in Topform zu bringen. Wenn du zwei Wochen vor der WM damit anfangen willst, wird das nicht gelingen.“ Man müsse „das ganze Leben daran anpassen“. Goretzka sagt das, weil außer Kapitän Manuel Neuer kein Spieler beim Bundestrainer für die WM einen Freifahrtschein hat. 37 Spieler setzte Löw in der WM-Qualifikation ein – aber nur 23 fahren mit nach Russland.

    Der Weg ist also noch lang. Die nächste Etappe wird am 1. Dezember erreicht. Da schauen nicht nur die Nationalspieler, sondern die ganze Welt nach Moskau. In der russischen Hauptstadt werden die acht Gruppen der Weltmeisterschafts-Vorrunde ausgelost. 32 Teams qualifizieren insgesamt sich für das Turnier. Löw weiß: „Bei der WM kommen andere Kaliber, deswegen sollten wir den Ball flach halten. Der Kampf an der Spitze wird in Russland ganz hart“. Neben Deutschland haben sich auch die früheren Weltmeister Brasilien, England und Frankreich qualifiziert. Gegen genau diese Teams wird Deutschland noch vor der WM Testspiele bestreiten. Denn Löw weiß: Gegen die stärksten Gegner braucht man auch die „högschde Disziplin.“ „Schaun mer mal“ – aber das sagte jemand anders.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Wie man Knast in Russland vermeidet: Tipps für englische Fußballfans bei der WM 2018
    Putin fordert so viele günstige Fußball-WM-Tickets wie nur möglich
    Deutsche Pornodarstellerin wird Trikotsponsorin von Fußballklub
    Tags:
    Pressekonferenz, Vorbereitung, Fußball-WM 2018, Deutscher Fußball-Bund (DFB), Joachim Löw, Deutschland