03:39 21 April 2018
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    Russische Skilangläufer Alexander Legkow (r.) und Ilja Tschernoußow (Archivbild)

    Ohne Russland kein Olympia: Wie ein Schüler mit Hashtag das Netz eroberte

    © Sputnik / Witalij Beloußow
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    Mit dem Hashtag „NoRussiaNoGames” wollte ein Schüler aus Sankt Petersburg gehört werden. Und das ist ihm auch gelungen: Der Hashtag erobert derzeit die sozialen Netzwerke, ein von ihm verbreitetes Video wurde in nur vier Tagen knapp 700.000 Mal aufgerufen. Die Botschaft des Jungen ist klar: Ohne Russland kann es keine Olympischen Spiele geben.

    Der Schüler heißt Roman Starkow, interessiert sich für Sport und will eines Tages professioneller Athlet werden. Dass seine kleine Aktion solchen Anklang finden würde, damit hatte er wohl kaum gerechnet.

    Es sind nicht nur einfache Internet-Nutzer, die seinen Hashtag zurzeit aufgreifen und teilen: Selbst prominente Persönlichkeiten haben sich der Aktion angeschlossen. Unter ihnen ist das Oberhaupt der russischen Teilrepublik Udmurtien, Alexander Bretschalow, sowie der bekannte russische Sportkommentator Dmitri Gubernijew.

    ​Alles fing mit einer Video-Botschaft der Mutter des russischen Skilangläufers Maxim Wylegschanin an, der im November vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) lebenslang gesperrt wurde. Starkow veröffentlichte die Video-Ansprache auf seinem Profil im russischen sozialen Netzwerk VKontakte mit einem Post, den er zusammen mit seinem Vater verfasste.

    Das Schicksal russischer Sportler wie Maxim Walegschanin, Jewgeni Below und Alexander Legkow, die vom IOC wegen Dopingvorwürfen lebenslang gesperrt worden sind, bereite ihm ernsthafte Sorgen. „Ich verstehe nicht, warum der norwegische Skilangläufer Martin Sundby wegen eines bewiesenen Falls des Dopings für nur zwei Monate disqualifiziert wird, während unsere Sportler ohne jeglichen Beweis gezwungen werden, die Olympischen Spiele für immer zu verlassen?“, fragt der Schüler in seinem Post. „Denkt jemand daran, was die Sportler fühlen, die bei den Olympischen Spielen ihr Land nicht vertreten dürfen? Macht sich jemand Gedanken über die Eltern dieser Sportler?“

    Er habe schon immer davon geträumt, ein Olympia-Champion zu werden, schreibt Starkow weiter: „Ich habe an die Olympische Bewegung geglaubt! Wie kann ich mir meiner Zukunft sicher sein, wenn das IOC solche harten Entscheidungen nur aufgrund bloßer Wörter trifft?“

    „Sport liegt außerhalb der Politik. Olympia ist für alle Länder. Jedes Land hat das Recht, unter seiner Flagge anzutreten! Niemand darf zu einem Außenseiter gemacht werden“, schreibt der Junge weiter.

    Aus dem Hashtag wuchs schnell eine ganze Gemeinschaft bei VKontakte mit zahlreichen Mitgliedern. Der junge Mann hat nach eigenen Worten so eine Reaktion allerdings gar nicht erwartet: In seiner mehrköpfigen Familie trieben alle Sport und unterstützten einfach die russische Nationalmannschaft. Deshalb habe er und sein Vater diesen Hashtag gestartet.

    Das IOC-Exekutivkomitee soll bis zum 5. Dezember über die Teilnahme der russischen Sportler an den Olympischen Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang entscheiden.

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    Tags:
    Olympische Spiele, Südkorea, Russland