03:06 16 Oktober 2018
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    Roman Starkow (r.), Autor des Hashtags #NorussiaNogames und der russische Skiläufer Maxim Wylegshanin

    Einer für 140 Millionen: Junger Fan zeigt unsportlichem IOC-Beschluss rote Karte

    © Sputnik / Yascha Karrara
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    Fans fallen einander um den Hals, feiern zusammen die Erfolge ihrer Teams: Sport sei das, was die Menschen in unserer brutalen Welt noch verbinde, sagt Igor Starkow, Vater des russischen Schülers, der mit dem Hashtag #NoRussiaNoGames das Netz erobert hat. Den Menschen dieses Erlebnis wegzunehmen, sei ganz bestimmt falsch.

    Soll ein Sportler gedopt haben, müsse er natürlich die Konsequenzen tragen. Doch: „Wir brauchen Beweise“, sagte Igor Starkow im Sputnik-Gespräch. „Wir, die Fans werden das nicht einfach schlucken.“ Mit dem Hashtag habe sein Sohn zeigen wollen, „dass wir ein großes Ganzes sind“. Hier stehe einer für 140 Millionen – und 140 Millionen für einen.

    Ja, sagt Igor, derzeit würden große Fragen der Weltpolitik gelöst. „Doch ich würde mir wünschen, dass sie nicht mithilfe des Sports gelöst werden.“ Sport sei das Einzige, was die Menschen „in unserer harten und brutalen Welt“ noch verbinde.

    „Es ist doch häufig zu sehen, wie Fans im Stadion einander in die Armee fallen, wie sie sich für fairen, sauberen Sport begeistern. Ihnen das alles wegzunehmen, ist ganz bestimmt nicht richtig.“

    Dass Sportler trainieren und an Turnieren teilnehmen, das machten sie nicht nur der Karriere wegen: „Die Sportler wetteifern für sich und für ihre Fans. Und ich würde mir wünschen, dass das auch für immer so bleibt“, so Igor.

    Verständnis dafür, wie der IOC mit Russland umgeht, zeigt Igor keins: „Bis unsere Skifahrer in Sotschi am letzten Tag das Rennen wunderbar gewonnen haben, hatten sie einen langen Weg zurückgelegt. Das waren Top-Sportler, sie gewannen internationale Wettkämpfe, Weltmeisterschaften. Sie sind nicht einfach nur aufgetaucht, kurz vor Olympia, und dann wieder verschwunden“, sagt er.

    Unterstützung fänden russische Athleten auch im Ausland, sagt Igor.

    „Das betrifft alle. Jetzt macht man das mit Russland. Aber es stellt sich die Frage: Wer ist der nächste? Wenn wir keinen Widerstand leisten gegen dubiöse Beschlüsse, wird man den Sport nicht in Ruhe lassen.“

    Ausländische Sportler verstünden, dass der Sport zusehends zu einem politischen Hebel werde. Deshalb habe das Hashtag seines Sohnes auch im Ausland viel Anklang gefunden. Man müsse eben kein Russland-Fan sein, um Klarheit und Beweise einzufordern. „Bislang hören wir nur Urteile: Titel entziehen, Medaille wegnehmen. Wo sind die Beweise?“, so der Sportfan.

    Und überhaupt: „Ein Mensch ist ein Mensch, ein Team ist ein Team. Hat einer einen Fehler gemacht, darf man doch nicht das ganze Land dafür bestrafen. Ich bin mir sicher, dass alle ein Land unterstützen würden, gegen das man so ungerecht vorgeht. Man darf die Freundschaftsbande doch nicht so zerreißen.“

    Sollte Russland nicht zu Olympia zugelassen werden, wollen Igor und sein Sohn Roman die Wettkämpfe trotzdem sehen. Man müsse die Arbeit der Sportler respektieren, die sich sehr angestrengt hätten, sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Saubere Sportler hätten sich das Recht erkämpft, bei Olympia anzutreten. „Ein Boykott wäre sicherlich falsch“, so Igor.

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    Tags:
    Hashtag, Kampagne, Protest, Nationalmannschaft, Verbot, Teilnahme, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Russland