21:59 21 September 2018
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    Freundschaftsspiel zwischen den russischen und spanischen Nationalmannschaften

    Kicker-Chefredakteur: „Russland kommt bei der WM ins Viertelfinale – mindestens“

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
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    Die acht Gruppen bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland 2018 stehen fest: Titelverteidiger Deutschland trifft auf Schweden, Mexiko und Südkorea. Gastgeber Russland eröffnet das Turnier gegen Saudi-Arabien. Über die Auslosung sprach Sputnik mit dem Chefredakteur des Sportmagazins Kicker, Jörg Jakob.

    „Ohne überheblich klingen zu wollen: Deutschland muss als klarer Favorit angesehen werden“, sagt Jakob beim Blick auf die Gruppe F.

    Dahinter sehe es aber sehr ausgeglichen aus. Der Fußball-Fachmann rechnet den Schweden, die in der Qualifikation gegen Italien gewannen, die größten Chancen auf Platz zwei in der Gruppe F und damit auf eine Qualifikation für das Achtelfinale zu. Ebenfalls im Achtelfinale sieht Jakob den Gastgeber Russland. Die russische Mannschaft bestreitet am 14. Juni 2018 das Eröffnungsspiel gegen Außenseiter Saudi-Arabien. „Unabhängig vom Gegner ist der Druck beim ersten Spiel für den Gastgeber immer sehr groß. Wochenlang prasselt unglaublich viel auf sie ein – allein die Erwartungshaltung, dass überhaupt eine WM stattfindet und dass der Gastgeber gut abschneiden muss. Dennoch hat Russland sehr, sehr gute Chancen, weiterzukommen im eigenen Land. Ich tippe auf das Viertelfinale – mindestens.“

    Kein zweites Sommermärchen, aber ein Fußballfestival

    Deutschland erlebte bei der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land das berühmte „Sommer-Märchen“. Getragen von der Euphorie, die sich aus den Erfolgen, dem durchweg sommerlichen Wetter und dem von Spiel zu Spiel wachsenden Rückhalt in der Bevölkerung nährte, erreichte die deutsche Nationalmannschaft den vorher nicht für möglich gehaltenen dritten Platz. Jakob glaubt nicht, dass Russland ein ähnliches Märchen erleben wird.

    „In Deutschland waren die Wege zwischen den Spielorten kurz. Die Menschen konnten schnell reinfliegen. Das wird in Russland anders sein. Trotzdem glaube ich, auch nach Gesprächen mit russischen Kollegen und Erfahrungen aus dem Confederations-Cup, dass Russland eine große WM-Party feiern kann. Wenn alle 31 Gastmannschaften da sind und sich ein WM-Feeling ausbreitet, dann kann ein Festival gefeiert werden, bei dem der Fußball im Mittelpunkt steht“, glaubt der Sportjournalist.

    Das hänge letztlich auch vom Erfolg der russischen Mannschaft ab.

    Das „russische Campo Bahia“ – Sotschi oder Moskau?

    Ein Garant für den deutschen Weltmeistertitel 2014 war das Quartier. Das Campo Bahia war ein Refugium, in dem das Team von Bundestrainer Joachim Löw zwischen den Spielen Ruhe finden und Kraft tanken konnte. Jakob sieht zwei Standorte, in denen die Nationalmannschaft auch angesichts des Spielplans Quartier beziehen wird:

    „Angesichts der drei Spielorte Moskau, Sotschi und Kasan in der Gruppenphase wird die Mannschaft entweder im Süden von Moskau oder in Sotschi kampieren. Wir wissen, dass Joachim Löw aufgrund des Klimas und der Erfahrungen beim Confed-Cup Sotschi bevorzugt. Aber damit sind auch enorme Reisestrapazen begründet. Ich glaube, dass jetzt erst einmal Kilometer gezählt werden und dann eine Entscheidung fällt.“

    Auch zu den anderen Gruppen äußert sich Jakob. Als stärkste, weil sehr ausgeglichen, bezeichnet der Experte die Gruppe D mit Argentinien, Island, Kroatien und Nigeria. Ein weiteres Highlight ist für ihn zudem das Bruderduell zwischen den beiden Mitfavoriten Portugal und Spanien in Gruppe B.

    Matthias Witte

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Chefredakteur, Journalist, Prognose, Sport, Fußball-WM 2018, Joachim Löw, Deutschland, Russland