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    Olympia-Ausschluss ganzer Nationen – ein Rückblick

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    Der Ausschluss einer ganzen Nationalmannschaft von der Teilnahme an Olympischen Spielen erfolgt nur sehr selten. In der jahrhundertealten Geschichte dieser Sportveranstaltungen wurde nur wenige Male ein Veto gegen die Olympia-Teilnahme eines Landes eingelegt.

    Im Jahr 1920 verhängte das Internationale Olympische Komitee gegen mehrere Länder – Deutschland, Österreich, Ungarn, die Türkei und Bulgarien – aus politischen Gründen eine Sperre für die Olympischen Sommerspiele in Antwerpen (Belgien). Ihnen wurde angelastet, den Ersten Weltkrieg entfesselt zu haben. Die Olympia-Veranstalter haben auch keine sowjetischen Sportler eingeladen und damit die neu errichtete Sowjetmacht ignoriert. 

    Im Jahr 1924 wurden die Nationalmannschaften Deutschlands und der Sowjetunion nicht zu den Olympischen Sommerspielen in Paris zugelassen.

    Im Jahr 1948 durften Deutschland und Japan, die den Zweiten Weltkrieg entfesselt hatten, nicht an den Olympischen Sommerspielen in London teilnehmen.

    Im Jahr 1964 wurde die Republik Südafrika wegen Rassendiskriminierung von den Olympischen Sommerspielen in Tokio ausgeschlossen. Die südafrikanischen Sportler konnten erst im Jahr 1992 wieder eine Olympische Arena betreten. 1964 wurde auch die Nationalmannschaft Indonesiens von der Olympia-Teilnahme ausgeschlossen, weil das Land zwei Jahre davor die Auswahlmannschaften von Israel und Taiwan von den Asiaspielen ausgeschlossen hatte. Das IOC verurteilte dieses „eklatante Ereignis“ und entzog dem Olympischen Komitee Indonesiens seine Vollmachten. Im Gegenzug stieg Indonesien aus der internationalen olympischen Bewegung aus.  

    Im Jahr 1972 wurde Rhodesien (heute Simbabwe) wegen seiner rassistischen Politik von den Olympischen Sommerspielen in München ferngehalten. Das Land musste damit für seinen Wunsch zahlen, eine von Großbritannien unabhängige Politik zu betreiben. Im Land herrschte damals ein Bürgerkrieg zwischen den von der britischen Krone unterstützten Regierungstruppen und den Unabhängigkeitskämpfern. Großbritannien hat im Jahr 1980 die Unabhängigkeit von Simbabwe anerkannt und die gegen dieses Land verhängten Sanktionen aufgehoben.

    Im Jahr 2014 wurde die Auswahl Indiens von den Olympischen Winterspielen in Sotschi (Südrussland) ausgeschlossen. Dabei erlaubte das IOC drei indischen Sportlern, unter der unabhängigen Olympia-Flagge anzutreten. Das IOC hatte im Dezember 2012 das Nationale Olympische Komitee Indiens (IOA) zeitweilig disqualifiziert, weil korruptionsverdächtige Beamte in die IOA-Leitung gewählt worden waren. Am 11. Februar 2014 wurde der Status des Olympiastaates wieder an Indien gewährt, nachdem zwei Tage davor ein neuer IOA-Präsident gewählt worden war.

    Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 im brasilianischen Rio de Janeiro sind kuwaitische Sportler unter der Olympischen Flagge angetreten, weil das IOC-Exekutivkomitee im Oktober 2015 das Nationale Olympische Komitee Kuwaits disqualifiziert hatte, um „die Olympia-Bewegung in Kuwait gegen übermäßige staatliche Einmischung zu schützen“. Außerdem wurden die Sportler des Landes von der Teilnahme an den internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen.

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    Tags:
    Ausschluss, Olympische Spiele, IOC