10:54 14 Dezember 2017
SNA Radio
    Tattoo mit olympischer Symbolik

    Russland nicht ohne Chancen bei Olympia – selbst teilgesperrt, ohne Hymne und Flagge

    © AP Photo/ Gero Breloer
    Sport
    Zum Kurzlink
    7456

    Obwohl das Internationale Olympische Komitee nicht alle russischen Athleten zu den Winterspielen in Südkorea zulässt, wobei eine Teilnahme nur unter neutraler Flagge möglich ist, bleibt Russlands Mannschaft trotzdem stark und hat in manchen Sportarten gute Chancen. Diese Prognose liefert die russische Tageszeitung „Kommersant“.

    Wie die Zeitung am Donnerstag schreibt, wird die Zusammensetzung der russischen Olympia-Mannschaft von der Entscheidung einer speziellen IOK-Kommission abhängen: „Es ist klar, welches Kriterium für die von Valérie Fourneyron geleiteten Kommission maßgeblich sein wird: ein vollständiges Fehlen von Doping-Vorwürfen gegen den jeweiligen Anwärter auf die Olympia-Teilnahme. Dies ermöglicht eine zumindest angenäherte Vorstellung davon, wie das russische Nationalteam in Pyeongchang aussehen könnte.“

    Wie das Blatt vermutet, werden wahrscheinlich jene Athleten den Winterspielen fernbleiben, die im Untersuchungsbericht von Richard McLaren erwähnt sind, aber auch diejenigen, die noch vor diesem Bericht eine Doping-Disqualifikation erlebt hatten.

    Demnach drohen die schwersten Verluste, so die Prognose der Zeitung, dem russischen Schlittschuhlauf. Etwa die potenziellen Favoriten Pawel Kulischnikow, Denis Juskow und Olga Fatkulina werden wohl nicht dabei sein dürfen. Auch das Skeleton-Team verliert seinen Kern, darunter auch Alexander Tretjakow, dem seine Goldmedaille 2014 entzogen wurde. Im Bobsport ist der beste russische Pilot Alexander Kasjanow gesperrt. Auch viele bekannte Skiläufer bekommen kein Olympia-Ticket, unter ihnen etwa der Marathon-Gewinner von Sotschi, Alexander Legkow. Dopingsünder gibt es auch im Biathlon und im Eishockey.

    „Selbst im Hinblick auf all ihre potenziellen Verluste könnte die russische Olympia-Mannschaft trotzdem nicht schlechte Chancen auf einen würdigen Auftritt in der Mannschaftswertung behalten. Denn die überwältigende Mehrheit ihrer Spitzenvertreter ist offenbar nie ins Visier der Anti-Doping-Gremien gerückt“, heißt es im Kommentar.

    Nach Ansicht der Zeitung beansprucht Russland im Eiskunstlauf real drei Goldmedaillen: Etwa im Einzellaufen der Damen ist Jewgenia Medwedewa in den letzten Saisons „fast unschlagbar“. Nicht schlecht sind auch Russlands Aussichten im Eisschnelllauf – der dreifache Goldgewinner von Sotschi, Wiktor Ahn, zeigte sich schon bereit, unter neutraler Flagge in Südkorea aufzutreten.

    „Im Biathlon gibt es Gründe, mit Erfolgen der Herren zu rechnen – oder zumindest mit Erfolgen ihres Frontmanns Anton Schipulin und der Staffel-Vier (…) Das Ski-Team wird zwar Alexander Legkow, Maxim Wylegschanin, Jewgeni Below, Natalia Matwejewa vermissen; das IOK hat jedoch keine Anhaltspunkte, den größten russischen Star Sergej Ustjugow zu sperren, der im vergangenen Saison alle Konkurrenten desklassiert und bei der WM in Lahti zweimal Gold und dreimal Silber geholt hatte“, so die Prognose weiter.

    „Auch die russische Eishockey-Mannschaft kommt nach Pyeongchang. Angesichts des Olympia-Boykotts durch die NHL soll sie als Favorit Nummer Eins eingestuft werden – auch ohne den gesperrten Danis Saripow. Solch eine solide Besetzung wie bei den Russen hat keiner der Gegner“, schreibt das Blatt.

    Zum Thema:

    „IOC-Beschluss soll russisches Volk spalten“ – Olympioniken verschaffen sich Gehör
    Putin äußert sich zu Olympia-Ausschluss Russlands durch IOC
    Sacharowa zu IOC-Entscheidung: „Plan B“ als Teil der Anti-Russland-Kampagne
    US-Experte zu IOC-Entscheidung: „Günstige Chance“
    Tags:
    Nationalmannschaft, Biathlon, Dopingvorwürfe, Ausschluss, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, IOC, Richard McLaren, Südkorea, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren