18:37 19 Oktober 2018
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    „Wir wagen es nicht zu sagen“: IOC-Mitglied über „angelsächsischen Einfluss“ bei Wada

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    Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat sich seit ihrer Gründung mit der Lösung von politischen Aufgaben angelsächsischer Länder beschäftigt. Das geht aus einer E-Mail des verstorbenen niederländischen Sportfunktionärs und Mitglieds des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Hein Verbruggen, an den IOC-Präsidenten Thomas Bach hervor.

    Die E-Mail wurde mit dem 13. Oktober 2016 datiert und von der Hackergruppe „Fancy Bears“ veröffentlicht. Sein Autor war 14 Jahre der Vorsitzende des Weltradsportverbandes (UCI) und starb am 14. Juni 2017 an den Folgen von Leukämie.

    „Wir wissen alle – wagen es aber meistens nicht, zu sagen – dass es eine starke anti-IOC und antieuropäische Haltung in der Wada-Leitung gibt. Die Wada-Leitung (die vom IOC ernannt wird, was ein zynischer Teil der Geschichte ist) tut sich gewöhnlich mit einer kleinen Gruppe der (hauptsächlich) angelsächsischen Anti-Doping-Agenturen (USA, Kanada, Neuseeland, Australien, Großbritannien und außerdem Norwegen/Skandinavien, die am Rande bleiben) zusammen. Diese Vereinigung erlaubt es denselben Menschen für viel zu lange an der Macht zu bleiben“, schrieb Verbruggen.

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    Er wies darauf hin, dass aus elf Wada-Komitees neun – „die wichtigsten“ – von „Vertretern der angelsächsischen Koalition“ geführt werden. Von den 112 Mitgliedern seien 56 „Angelsachsen“ und weitere zehn würden Skandinavien vertreten. Dabei hätten die „Angelsachsen“ in sieben Komitees die Mehrheit sowie zusammen mit den Skandinaviern in weiteren zwei, so Verbruggen. Es gebe „sehr viele Vertreter Kanadas und der USA in jedem Komitee“.

    „Der heutigen Wada ist es weitgehend misslungen, zu einer überlebensfähigen Anti-Doping-Organisation zu werden, der allgemein vertraut und Respekt entgegengebracht wird. Der Grund: Sie wurde von Anfang (vor 17 Jahren) an neben dem echten Kampf gegen das Doping für politische Zwecke eingesetzt“, meinte der Sportbeamte. 

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    Demzufolge soll der ehemalige Wada-Präsident Dick Pound die Agentur als Mittel gegen den IOC verwendet haben. Das habe eine negative Auswirkung auf die Dopingbekämpfung gehabt und zur heutigen „katastrophalen Situation“ in der Wada geführt.

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    Tags:
    Sportlerinnen, Olympia, Dopingliste, Dopingskandal, Olympiasperre, Dopingvorwürfe, Doping-Probe, Doping-Sperre, Sportler, Politik, Sport, Doping, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi, Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Internationales Olympisches Komitee (IOC), IOC, WADA, Hein Verbruggen, Thomas Bach, Skandinavien, Kanada, USA, Russland