11:47 21 April 2018
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    Russische Skiläufer zeigen ihre goldenen Olympiamedaillen nach dem Sieg bei Winterspielen in Sotschi 2014 (Archivbild)

    „So viel Politik im Spiel“: Wie deutsche Sportler „Doping-Skandal“ mit Russland sehen

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    Unter den deutschen Athleten gibt es unterschiedliche Meinungen über den sogenannten „Doping-Skandal“ mit den russischen Sportlern, schreibt „Der Stern“. Nach Ansicht einiger Sportler ist dabei zu viel Politik im Spiel.

    Viele Mitglieder des deutschen Olympia-Teams, wie zum Beispiel der Eisschnellläufer Nico Ihle, haben eine kritische Einstellung zur Teilnahme von 169 russischen Sportlern unter neutraler Flagge an den Winterspielen in Pyeongchang, schreibt „Der Stern“. „Ich kann für mich nur sagen, dass ich möglichst alle Russen hinter mir lasse, damit es gar keine Diskussionen gibt und ich nicht vielleicht in acht Jahren die Medaille nachgesandt bekomme“, sagte Ihle.

    Gleichzeitig gibt es unter den deutschen Athleten gegenseitige Meinungen. Den Eisschnellläufer Moritz Geisreiter überkommt beim Gedanken an den Doping-Skandal nicht nur immer noch ein „eigenartiges Gefühl“. „Das Ganze widert mich an, da ist so viel Politik im Spiel“, zitiert die Zeitschrift Geisreiter.

    Langläufer Thomas Bing hält es für akzeptabel, dass das Internationale Olympische Komitee russische Athleten für die Spiele in Südkorea zugelassen hat.

    Der Rennrodler Felix Loch hegt keine Zweifel oder Befürchtungen in Bezug auf die russischen Sportler, die in Pyeongchang gegen ihn antreten werden. „Nein, überhaupt nicht. Ich kenne die, die gegen mich fahren, schon viele Jahre. Das ist ein normales Verhältnis“, sagte Loch.

    Eiskunstläuferin Aljona Savchenko will dieses Thema komplett ausblenden. „Es sind ja nicht nur Russen da“, so die Eiskunstläuferin.

    Zuvor hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS die vom IOC verhängten lebenslangen Olympiasperren gegen 28 russische Wintersportler aufgehoben. Der Sportgerichtshof gab zur Begründung an, keine individuellen Verstöße gegen Anti-Doping-Regeln feststellen zu können. Die von den Athleten bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi erzielten Erfolge sind auch wieder gültig.

    Das Internationale Olympische Komitee hatte im Dezember 2017 Dopingmissbrauch in Russland als erwiesen eingestuft und die russische Nationalmannschaft von den Winterspielen 2018 in Südkorea ausgeschlossen. Saubere russische Athleten dürfen zwar in Pyeongchang starten, doch unter neutraler Flagge.

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    Tags:
    Olympische Winterspiele, Dopingskandal, Sperre, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Internationales Olympisches Komitee (IOC), Moritz Geisreiter, Nico Ihle, Aljona Savchenko, Felix Loch, Thomas Bing, Pyeongchang, Südkorea, Deutschland, Russland
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