15:56 21 Juli 2018
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    Ski-Langläufer beim Rennen in Seefeld, Österreich, am 28. Januar 2018 - Hunderte Ski-Langläufer gedopt?

    Berichte über Hunderte gedopte Ski-Langläufer: FIS wehrt sich und dementiert

    © AFP 2018 / BARBARA GINDL / APA
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    Verschiedene Medien haben am Sonntag einen brisanten Bericht veröffentlicht, laut dem Hunderte Ski-Langläufer trotz des Verdachts auf Doping über Jahre hinweg erfolgreich aufgetreten sind und sich auch teilweise für die Olympischen Winterspiele 2018 qualifiziert haben. Der Internationale Skiverband (FIS) will davon nichts wissen und dementiert.

    Der FIS hat die jüngsten Medienberichte, wonach bei Olympia und Weltmeisterschaften zwischen 2001 und 2017 Hunderte Sportler und Medaillengewinner im Ski-Langlauf unter Doping-Verdacht gerieten, aber dennoch weiter erfolgreich aufgetreten und teilweise auch für die Olympischen Spiele im südkoreanischen Pyeongchang qualifiziert sind, entschieden dementiert, berichtet das Portal Insidethegames.biz.

    "Der FIS wendet sich entschieden gegen die falsche Darstellung, dass es trotz der Feststellung anormaler Bluttests eine beträchtliche Anzahl von Ski-Läufern bei Olympischen Winterspielen gegeben hat oder gibt…", erklärte die FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis in ihrer Reaktion auf die Medienberichte.

    Demnach gebe es auch keine dringenden und massiven Verdachtsmomente gegen solch eine große Zahl von Sportlern.

    Zuvor hatten verschiedene Medien unter Verweis auf die Ergebnisse eines internationalen Ermittlerteams darüber berichtet, dass Hunderte Sportler und Medaillengewinner im Ski-Langlauf über 16 Jahre lang „anormale Bluttests“ aufgewiesen hätten, die nur das Resultat von massivem Doping hätten sein können.

    313 Medaillen seien an Ski-Langläufer mit „verdächtigen oder sehr verdächtigen“ Blutwerten vergeben worden, 91 dieser Medaillen seien Goldmedaillen gewesen, berichtete etwa das Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Damit wäre fast die Hälfte aller Langlauf-Medaillen in dieser Zeit von Sportlern mit auffälligen Dopingtest-Ergebnissen gewonnen worden.

    „Es gibt eine beachtliche Zahl von Medaillengewinnern mit ungewöhnlichen oder höchst ungewöhnlichen Blutprofilen“, zitierte das Blatt beispielsweise den amerikanischen Mediziner James Stray-Gunderson, der früher mit dem Internationalen Skiverband (FIS) zusammengearbeitet hatte.

    Die Meldungen hatten auch insofern ihre Brisanz, da Hunderte der mutmaßlichen Dopingsünder nicht etwa aus Russland, sondern aus westlichen Ländern stammten, was die umstrittenen Strafmaßnahmen von einigen internationalen Sportgremien gegen den russischen Olympischen Sport und nachweislich auch gegen „saubere“ russische Athleten noch weiter diskreditierte.

    /NG/GS

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    Tags:
    Disqualifizierung, Dopingtest, Dopingverdacht, Doping, Medaillengewinner, Sportler, Olympische Winterspiele, Olympia, Weltmeisterschaften, Ski-Langläufer, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Der Spiegel, WADA, Der Internationale Skiverband FIS, James Stray-Gunderson, Sarah Lewis, Russland, Westen
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