06:47 16 August 2018
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    der schwedische Handball-Nationalspieler Kim Ekdahl Du Rietz (Archiv)

    „Irgendetwas zieht mich nach Russland“ – Ex-Bundesliga-Handball-Star EXKLUSIV

    © AFP 2018 / LISELOTTE SABROE / SCANPIX DENMARK
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    Alexander Boos
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    Ein Rücktritt mit Schockwirkung für die Handball-Welt: Mit 27 Jahren – auf dem Höhepunkt seiner Karriere – beendet der ehemalige schwedische Handball-Nationalspieler Kim Ekdahl Du Rietz seine Sportler-Karriere. „Ich brauche Veränderung“, sagt er im Sputnik-Interview. Russland ist eines seiner nächsten Ziele: „Irgendetwas zieht mich dorthin.“

    Den früheren Handball-Profi erwischte Sputnik zum Exklusiv-Interview auf dessen Europa-Reise zwischen Kroatien, Frankreich und Italien. „Jetzt bin ich gerade in Mailand angekommen“, so Kim Ekdahl Du Rietz im Sputnik-Gespräch. „Ich fahre mit dem Bus von Zagreb nach Bordeaux. Dort werde ich ein paar Monate bis zum Frühling bleiben, um mein Französisch zu verbessern.“

    Er kam grade von der Handball-Europameisterschaft (EM) aus der kroatischen Hauptstadt Zagreb. „Ein kleiner Besuch in der alten Welt“, wie er schmunzelnd verriet. Dort verlor „seine“ schwedische Nationalmannschaft – für die er sieben Jahre lang angetreten war – das EM-Finale gegen Spanien. Du Rietz spielte in der Handball-Bundesliga vor seinem Karriereende für die Rhein-Neckar Löwen. Dort gewann der Mann mit der Rückennummer 60 zwei Deutsche Meisterschaften.

    „Russisch ist sehr schön“

    Im Sommer 2017 dann der spektakuläre Abschied vom Handball-Sport. Kim Ekdahl Du Rietz verkündet das Ende seiner Profi-Karriere. Mit 27 Jahren. In körperlich top-fitter Verfassung. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Großes Unverständnis bei einigen Fans. „Ich hatte den Handball satt und habe große, grundlegende Veränderungen gebraucht“, sagte er im Interview über seine Beweggründe. „Deswegen war es am Ende auch keine schwere Entscheidung. Ich musste erstmal weg. Seit Sommer war ich viel unterwegs. So acht Wochen weg und dann wieder eine Woche in Schweden und dann wieder weg.“

    Emotionaler Abschied: So feierte Kim Ekdahl Du Rietz mit seinen „Rhein-Neckar Löwen“ das Karriere-Ende …
    © Foto : Instagram / Kim Ekdahl Du Rietz
    Emotionaler Abschied: So feierte Kim Ekdahl Du Rietz mit seinen „Rhein-Neckar Löwen“ das Karriere-Ende …

    Er könne sich vorstellen, russisch zu lernen und nach Russland zu gehen. Das sagte der Ex-Handballer der „Zeit Online“ Mitte Januar. Sputnik hakte nach. Was er an Russland besonders mag, könne er nur erahnen. Das sei mehr gefühlsbedingt. „Ich hatte niemals so viel mit Russland zu tun“, so der Schwede. „Wir waren nur einige Male mit der Mannschaft da zum Spielen: Einmal in Sankt Petersburg und einmal bei Medwedi Tschechow.“ Er habe damals nicht so viel vom Land sehen können. Aber er stellte klar: „Irgendetwas zieht mich da hin. Ich finde, die russische Sprache klingt sehr schön.“

    Russland habe ein „gewisses Flair“, das ihn reize. Der erste Kontakt mit der russischen Kultur war für ihn ein Fernstudium, bei dem er russisch lernte. „Das begann ich vor drei Jahren.“ Mittlerweile sei das aber wieder im Sande verlaufen. Er wolle diese Kenntnisse jedoch auffrischen. Denn: „Man trifft wahrscheinlich überall auf der Welt immer Russen.“

    „Es zieht mich nach Russland“

    Der Ex-Handball-Star betonte: „Es lässt sich schwer in Worte fassen: Aber es zieht mich nach Russland. Und irgendwann mal werde ich Russisch lernen.“ Um das Land hautnah kennenlernen und erleben zu können. Er möchte in naher Zukunft „Russland von innen erleben: Ich glaube, das wäre ganz spannend.“ Russland sei „fast ein Nachbarland von Schweden: Aber gedanklich ist es auf der anderen Seite der Welt. Ich finde es interessant, was komplett Neues zu sehen.“

    Kim Ekdahl Du Rietz auf Weltreise: Der Weg führt nach Russland …
    © Foto : Instagram / Kim Ekdahl Du Rietz
    Kim Ekdahl Du Rietz auf Weltreise: Der Weg führt nach Russland …

    2005 gab Kim Ekdahl Du Rietz als 16-Jähriger sein Debüt in der obersten Handball-Liga Schwedens. Von 2012 bis 2017 spielte er in der deutschen Handball-Bundesliga für die in Mannheim beheimateten Rhein-Neckar Löwen. Dort gewann er einen Europa-Pokal und wurde zweimal Deutscher Meister. Im Sommer 2017 beendete er seine Karriere. Allein in der Bundesliga erzielte er 324 Feldtore in 98 Partien. Für das schwedische Handball-Nationalteam bestritt er 75 Länderspiele. Dabei gelangen ihm 225 Tore.

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    Tags:
    Reise, Profi, Sportler, Nationalmannschaft, Handball, Weltmeisterschaft, Bundesliga, Schweden, Russland
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