00:00 21 Oktober 2018
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    in d. M.: Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel (Archiv)

    DFB-Chef Grindel: Fußball-WM in Russland große Chance für Begegnung von Menschen

    © AFP 2018 / Mladen ANTONOV
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    Andreas Peter
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    Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, hat sich dafür ausgesprochen, die Fußball-WM in Russland als eine Chance auf die Begegnung von einfachen Menschen zu verstehen und wahrzunehmen. Begegnungen von Menschen können die Welt verändern, so Grindel in Berlin nach einem Treffen mit dem russischen Botschafter.

    Das Länderspiel zwischen Deutschland und Brasilien in Berlin war ein willkommener Anlass für den DFB-Präsidenten, dem Fanzentrum im Russischen Haus der Kultur und Wissenschaften in der Berliner Friedrichstraße einen Besuch abzustatten. Dort unterhielt er sich mit dem russischen Botschafter Sergej Netschajew über die Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

    Grindel zeigte sich sehr zufrieden über die Information des Diplomaten, dass mehr als 3000 Anmeldungen von deutschen Fußballfans für die sogenannte Fan-ID bearbeitet würden. Diese Fan-ID ist eine spezielle Visaform, die es den Fußballfans gestattet, bis zu zehn Tage vor und nach einem Spiel sich frei in Russland zu bewegen. Das soll das Kennenlernen Russlands und seiner Bevölkerung über das Turnier hinaus erleichtern. Denn Reinhard Grindel versteht die Fußball-WM als Chance auf die Begegnung einfacher Menschen, wie er im Anschluss an das Treffen erklärte:

    „Ich bleibe ganz grundsätzlich dabei, dass es eine große Chance ist, die Werte, für die der Fußball steht, auch in Russland zu leben, im Kontakt zwischen den Menschen. Und dass es eine große Chance ist, Brücken zwischen den Menschen zu bauen, indem möglichst viele deutsche Fußballfans nach Russland gehen und dort auch den Kontakt gerade mit Freunden des Fußballs in Russland und aus anderen Nationen suchen. Und dass ich mir wünschen würde, dass darüber hinaus Kontakte und damit auch der Austausch von Gedanken und das gemeinsame Schätzen von Werten über das reine WM-Turnier hinaus praktiziert werden. Ich glaube, dass diese Begegnung von Menschen auch die Welt verändern kann. Und deswegen, glaube ich, tun wir gut daran, alles dafür zu tun, damit die deutschen Fußballfans ohne Einschränkungen, so wie sie das auch von anderen Turnieren her kennen, die WM in Russland besuchen können.“

    Es sei nicht seine Aufgabe, Entscheidungen zu treffen, die die Bundesregierung für sich selbst treffen müsse, so Grindel auf eine Nachfrage im Zusammenhang mit den jüngsten Eskalationen in den deutsch-russischen Beziehungen nach der Ausweisung russischer Diplomaten.

    „Wir wissen, in welchem politischen Umfeld wir uns bewegen. Wir haben aber die Aufgabe, uns intensiv mit der Frage zu befassen, unter welchen Bedingungen unsere Fans möglichst problemfrei nach Russland kommen können. Darüber haben wir uns heute unterhalten, das war Sinn und Zweck des heutigen Termins.“

    Botschafter Netschajew hob hervor, dass die Fußball-WM vom ganzen Land als große Aufgabe verstanden werde, was auch bedeute, dass alle Anstrengungen unternommen werden, um die benötigte bauliche Infrastruktur rechtzeitig fertigzustellen, sei es als Neubau oder Modernisierung bestehender Substanz. Die stellvertretende Generaldirektorin des Russischen Fußballverbandes, Jekaterina Fedyschina, rief in Erinnerung, dass Russland zwar ein eishockeybegeistertes Land sei, aber die Statistik belege, dass auch dort Fußball der populärste Breitensport sei.

    Sie betonte, die Austragungsorte genauso wie die russische Zentralregierung unternehmen alles, um die Gäste der Fußball-WM so problemlos und komfortabel wie möglich unterzubringen und zu betreuen, damit sie das Sportevent genießen können. Reinhard Grindel wiederum gab Fans, die gerade auf der Suche nach einem Hotelzimmer sind, noch eine Erfahrung der vergangenen Turniere mit auf den Weg. Die Preise würden sich normalisieren, je näher das Turnier rücke, das war in Brasilien so und das werde sicher auch in Russland so sein.

    Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), antwortet auf die Frage nach möglichen Konsequenzen für die Fußball-WM wegen der jüngsten Eskalation der politischen Beziehungen zwischen Berlin und Moskau.

    Die komplette Reportage zum Nachhören:

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    Tags:
    Erfahrung, Fan-Pass, Ausweisung, Kontakte, Beziehungen, Vergiftung, Fußball-WM 2018, Brasilien, Deutschland, Russland