02:12 13 Dezember 2018
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    Fußball-Legende Diego Maradona

    „Wie Gagarins Flug ins All“: Echo auf Maradonas Vertrag in Weißrussland

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    Die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona ist der neue Vorstandsvorsitzende des weißrussischen Vereins Dynamo Brest – die Nachricht ist nicht nur für die dortigen Kicker eine Sensation, sondern auch für russische Medien.

    Pawel Nechaitschik, Mittelfeldspieler von Dynamo Brest, sagte gegenüber Sputnik: „Das ist cool, wenn der Verein einen Mann wie Diego Maradona verpflichtet. Für uns war das so etwas wie eine Überraschung. Maradona bei Dynamo ist wie Juri Gagarins Flug ins All. In der Mannschaft glaubte man zunächst, dass dies ein Scherz sei und kaum möglich wäre (…) Nun mal im Ernst: Hoffentlich wird Maradona Aufmerksamkeit aus aller Welt auf unseren Verein ziehen.“

    Olga Chischinkowa, Pressesprecherin von Dynamo, teilte mit, in Weißrussland wolle Maradona noch vor dem Ende der Fußball-WM eintreffen, die vom 14. Juni bis 15. Juli in Russland stattfinden soll. Auf der Webseite des Vereins heißt es unterdessen, Maradona habe einen dreijährigen Vertrag als Vorstandsvorsitzender signiert.

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    Russische Medien kommentieren aktiv die Nachricht, wobei der Ton meistens skeptisch ist. Etwa die Zeitung „Iswestija“ weist in ihrer Onlineausgabe darauf hin, dass Maradona nach dem Ende seiner brillanten Spielerkarriere kaum mehr Erfolge im Profi-Fußball erreicht hat. Die argentinischen Klubs Manidyú und Racing hatten mit ihm als Coach Pech. Die von Maradona trainierte argentinische Nationalmannschaft scheiterte 2010 mit 0:4 im WM-Viertelfinale gegen Deutschland. Nicht einmal als Klub-Trainer in den VAE hatte er zuletzt Erfolg. Vor diesem Hintergrund sieht die Einladung von Maradona nach Brest dem Kommentar von „Iswestija“ zufolge wie eine „gut geplante PR-Aktion“ aus.

    Die Onlinezeitung lenta.ru schreibt: „Für viele ist er eine lebendige Bestätigung dafür, dass ein guter Fußballer bei weitem nicht immer ein guter Trainer ist (…) Die Situation mit seiner Einladung in den Dynamo-Verein nach Brest sieht albern aus. Es ist völlig unklar, wozu man in Weißrussland Maradona braucht, erst recht als Leiter. Denn es wurde mehrmals nachgewiesen: Der legendäre Argentinier weiß nicht zu leiten – und scheint auch in der Transfer-Politik wenig zu verstehen (…) Dafür hat Maradona mit seiner Präsenz die Newstickers aufgeheitert und der Welt einen Anlass geliefert, sich an Dynamo Brest zu erinnern bzw. davon zu erfahren.“

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    Der „Sowetski Sport“ kommentiert in seiner Onlineausgabe, die Taktik des weißrussischen Vereins scheine darin zu bestehen, aus „Informations-Kanonen“ möglichst laut zu schießen, und sieht ebenfalls schwarz für die neue Rolle des Argentiniers: „Was Maradona in seinem Leben nicht alles gemacht hat! Vieles gelang ihm gut, spektakulär und mit Schwung – aber mit Sicherheit nicht die Leitung.“

    Wie es in der Onlinezeitung sports.ru heißt, war Dynamo Brest im vergangenen Jahr das meistbesuchte Fußball-Team in Weißrussland, obwohl es nur auf Platz vier in der Meisterschaft landete. Der Verein wurde auch weißrussischer Pokalsieger.

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    Tags:
    Vertrag, Fußball, Diego Maradona, Weißrussland