02:44 25 Juni 2018
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    Der Sportminister Pawel Kolobkow mit russischen Säbelfechterinnen beim russisch-französischen Freundschaftsspiel im Rahmen des St. Petersburger Wirtschaftsforums 2018

    „Keine staatliche Unterstützung von Doping in Russland“ – Russischer Sportminister

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    In Russland hat es nie sogenanntes Staatsdoping gegeben, teilte der russische Sportminister Pawel Kolobkow mit.

    Am Freitag hatten mehrere Medien, darunter auch deutsche, unter Berufung auf die französische Zeitung „L'Equipe“ berichtet, dass Moskau erstmals systematisches Doping im Sport zugegeben hätte. Kolobkow entkräftete die Anschuldigungen, wonach es in Russland ein umfassendes Doping-System geben soll.

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    „Ich sage noch einmal, es hat in Russland kein staatlich unterstütztes Doping gegeben. Wir sind für sauberen Sport“, so der Minister. 

    In dem Brief an die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) habe Moskau sich zu einer Zusammenarbeit mit dem IOC bereit erklärt. Der Bericht des Wada-Sonderermittlers, Richard McLaren, erkenne Russland jedoch nicht an.

    „In dem Brief schreiben wir, dass wir die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees akzeptieren, und dass wir für die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen auftreten und zum Dialog bereit sind, da wir an einer gemeinsamen Entwicklung des Sports interessiert sind. Diese Entscheidung basierte auf Schlussfolgerungen von (dem Leiter der IOC-Untersuchungskommission, Samuel – Anm. d. Red.) Schmid. Mit McLarens Bericht sind wir jedoch nicht einverstanden, weil er ungerechtfertigte Schlüsse enthält“, zitieren Kolobkow russische Medien.

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    Der Minister berief sich auf die Entscheidung des Olympischen Komitees vom 5. Dezember 2017. Damals hatte das IOC Dopingmissbrauch in Russland als erwiesen eingestuft und die russische Nationalmannschaft von den Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang ausgeschlossen sowie das russische Olympische Komitee disqualifiziert. Einige wenige russische Athleten durften zwar in Pyeongchang starten, doch nur unter neutraler Flagge.

    „Russland hat also die IOC-Entscheidung akzeptiert und wir verstehen, dass das eine Annäherung zwischen dem IOC und uns ist. Denn Russland ist ein Teil des Weltsports und verdient es, an den Olympischen Spielen ebenso wie die anderen teilzunehmen“.

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    Nach einer Untersuchung des russischen Ermittlungskomitees sollen Maßnahmen gegen die Schuldigen getroffen werden.

    „Wenn jemand bei uns an der Verletzung von Anti-Doping-Regeln Schuld ist, treten wir dafür ein, gemeinsam mit den internationalen Organisationen diese Menschen zu bestrafen“, so der Minister.

    2016 hatte die US-Zeitung „The New York Times“ Aussagen vom Ex-Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, Grigori Rodtschenkow, über ein angebliches „Doping-System“ in Russland veröffentlicht. Das russische Ermittlungskomitee leitete ein Strafverfahren gegen Rodtschenkow ein, der sich in die USA abgesetzt hatte. Nach Angaben des Komitees hatte Rodtschenkow in seiner Zeit als Sportfunktionär selbst verbotene Substanzen unter Sportlern verbreitet.

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    Später wurde ein Bericht des Wada-Sonderermittlers, Richard McLaren, veröffentlicht, dem zufolge es in Russland ein umfassendes Doping-System gegeben hätte, von dem auch höchste Staatsbeamte gewusst hätten. McLaren berief sich dabei zum Teil auf Rodtschenkows Aussagen.

    Die Wada-Ermittlung hatte dazu geführt, dass das IOC Dopingmissbrauch in Russland im Dezember 2017 als erwiesen eingestuft und die russische Nationalmannschaft von den Winterspielen 2018 in Südkorea ausgeschlossen hatte. Saubere russische Sportler durften zwar in Pyeongchang starten, doch nur unter neutraler Flagge und mit dem Sonderstatus „Olympische Athleten aus Russland“.

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