15:11 18 November 2018
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    ein Fan beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko

    „Deutsches Auto ohne rechtes Hinterrad“: WM-Kommentar aus Russland

    © REUTERS / Carl Recine
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    Sport-Express
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    Die Besonderheit der deutschen Nationalmannschaft besteht generell darin, selbst bei einer wenig beeindruckenden Spielleistung ein Ergebnis zu erzielen. Doch im ersten Spiel der diesjährigen WM gegen Mexiko hat es nicht geklappt. Ist eine Stagnation schuld? Die russische Zeitung „Sport-Express“ kommentiert.

    „Auf das deutsche Debüt hat man sehr gewartet, um zu verstehen, in welchem Zustand sich die Mannschaft befindet. Nach den Freundschaftsspielen dieses Jahres zu urteilen, ist nur der Name von jenem Deutschland übriggeblieben, dem die historische Zerschlagung der brasilianischen National-Elf gelungen war“, schreibt die Zeitung in ihrer Onlineausgabe.

    „Und nun ist das deutsche Team in Moskau. Die handelnden Personen sind dieselben, die Szenerie ist jedoch anders. Pass, Ballabnahme, Torschuss – zunächst scheint alles bei der deutschen Maschine ordentlich zu funktionieren. Das äußerliche Erscheinungsbild ist märchenhaft. Doch mitunter ist es am schwierigsten, das Auffälligste zu sehen. Bald stellte sich heraus, dass das deutsche Auto ohne rechtes Hinterrad angekommen war“, so der Kommentar.

    „Die Mexikaner haben alles schnell verstanden und damit angefangen, auf dem Flügel, wo Kimmich spielte, Druck zu machen. Manchmal ging dieser Druck in eine Dresche über. Die Deutschen waren ratlos“, stellt die Zeitung fest.

    „Dies schien kein lebendiger Fußball zu sein, sondern ein modelliertes Computerspiel. In der Realität werden ja, falls es zu mehreren Fehlschlägen kommt, Konsequenzen gezogen, Änderungen vorgenommen, Lücken abgedichtet. Löw schwieg jedoch – und der rechte Flügel brannte“, so der Kommentar weiter.

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    Ab und zu sei sogar der Eindruck entstanden, dass die Geschehnisse auf dem Rasen dem deutschen Team recht seien, als ob es ein Programm erfülle, ohne äußerliche Faktoren zu berücksichtigen. In Wirklichkeit seien die Deutschen aber nicht in der Lage gewesen, etwas zu ändern, hieß es.

    Zuvor habe Deutschland immer ein Ergebnis erzielt: „Das war eben seine Besonderheit: Selbst wenn es spielerisch nicht klappte, war das Ergebnis trotzdem da. Diese Fertigkeit ist unterwegs verlorengegangen.“

    Natürlich sei die Niederlage im ersten Spiel noch keine Tragödie: „Man kann sich etwa an Spanien erinnern, das bei der WM 2010 mit einer Niederlage gegen die Schweiz begonnen hatte, um dann Weltmeister zu werden.“

    „Vielleicht ist es so. Doch irgendwie sitzt der Gedanke tief, dass bei Deutschland etwas kaputtgegangen ist (…). Es sieht nach Stagnation aus. Spanien hat das vor vier Jahren durchgemacht“, schreibt die russische Zeitung abschließend.

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    Tags:
    Tragödie, Niederlage, Nationalmannschaft, Fußball, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Mexiko, Deutschland, Russland