01:57 12 Dezember 2018
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    deutsche Fußball-Fans beim Spiel der Deutschlands Nationalmannschaft gegen Mexiko

    DFB-Fanbetreuer: „Moskau spricht für sich“

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    Matthias Witte
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    Betreuer beim „Fan Club Nationalmannschaft“ sein: Für manche klingt das wie ein Traumjob. Allerdings ist es mehr als Bierholen und Gesänge anstimmen. Tom Roeder weiß das. 40 Fans betreut er – und kann von Problemchen und Problemen berichten.

    Unterwegs in Moskau

    Seit Samstag ist Tom Roeder in Moskau. Er hat eine verantwortungsvolle Aufgabe: Betreuer beim „Fan Club Nationalmannschaft“ des Deutschen Fußballbunds (DFB). In Russland hat Roeder etwa 40 WM-Touristen unter seinen Fittichen: „Das ist wie ein Sack Flöhe hüten“, sagt er lachend.

    Schon der Start war eine kleine Herausforderung. So haben zunächst nicht alle Mitglieder seiner Gruppe eine Fan-ID erhalten. „Einem Mitglied wurde sie am Flughafen sogar ohne Angabe von Gründen entzogen. Er durfte nicht mitfliegen. Das war natürlich hart für ihn. Er kann sich die Spiele jetzt im Fernsehen ansehen“, berichtet Roeder.

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    Auch das Einchecken im Hotel war nicht einfach. Es gab Verständigungsprobleme. Diese wurden aber „dank eines russischen Bekannten, der neun Jahre lang in Deutschland lebte“, schnell behoben, wie der Fanbetreuer berichtet.

    Als Deutschland gegen Mexiko noch 4:4 ausging …

    Fan-Fest in Moskau
    © Sputnik / M. Witte
    Zu den Aufgaben eines Fanbetreuers gehört auch, ein anständiges Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Am Sonntag stand deshalb für die DFB-Fans Sightseeing auf dem Programm. Roeder, der Moskau schon mehrfach besucht hat, nutzte die Zeit anders: „Ich habe mir zwei Fußballspiele angesehen. Allerdings keine WM-Spiele. Zum einen gab es ein Freundschaftsspiel im Chimki-Stadion zwischen mexikanischen und deutschen Anhängern, das 4:4 ausging. Und dann haben wir uns vor den Toren der Stadt noch ein Viertligaspiel angesehen. Vor 60 Zuschauern – das war auch ganz nett.“

    Als besonders nett empfand Roeder aber die Stunden vor dem ersten Spiel gegen Mexiko. Da war die Welt für die Deutschland-Fans noch in Ordnung: „Zum einen bin ich wirklich überrascht, wie freundlich die Russen sind. Die Mexikaner sind bis auf die eine oder andere Neckerei auch als freundlich bekannt.“

    „Wer bis 23 Uhr sein Level nicht erreicht hat …“

    Auch die russische Hauptstadt hat es dem Fanbetreuer angetan: „Moskau spricht für sich, muss man ganz klar sagen. Ich kann das beurteilen, die Stadt ist wunderschön.“ Probleme gibt es allerdings beim Bier. Nach 23 Uhr darf es nicht mehr öffentlich verkauft werden, sondern nur noch in Bars. „Da muss man schon improvisieren. Andererseits: Wir sind den ganzen Tag unterwegs. Und wer bis 23 Uhr sein Level nicht erreicht hat, der hat etwas verkehrt gemacht“, scherzt er.

    Am Dienstag heißt es erst einmal bye-bye, Moskau. Dann macht sich der 40-köpfige Fan-Tross auf nach Sotschi. Dort steht erst einmal Entspannung auf dem Programm: „Spätestens seit Olympia ist Sotschi für seinen Strand und die Palmen bekannt. Außerdem werden wir uns am Samstag das Spiel gegen Schweden anschauen. Wir hoffen auch auf jede Menge schwedischen Kontakte.“

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    Danach geht es für ein paar Tage nach Kasan. Dort spielt Deutschland gegen Südkorea. Roeder hofft, dass es danach weitergeht. Denn: „Wir tun alles, damit die Fans die Reise als unvergessliches Erlebnis abspeichern können.“ Tom Roeder hat seinen Job offenbar gemacht. Wie heißt in der Fußballersprache so schön? Jetzt liegt der Ball bei der Nationalmannschaft.

    Das komplette Interview mit DFB-Fanbetreuer Tom Roeder zum Nachhören:

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    Fußball, Fan-Pass, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Kasan, Sotschi, Russland, Deutschland