05:05 20 Oktober 2018
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    Schweizer Fußball-Fans in Russland

    Schweizer Fans: „Gegen Serbien geht‘s um die Wurst“

    © Sputnik / Ewgenia Nowoschenina
    Sport
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    Matthias Witte
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    Über Schweizer sagt man, sie sind eher schweigsam, sprechen langsam und stehen nicht gern im Mittelpunkt. Dieses Vorurteil hat sich in Moskau bestätigt. Dabei hätten die Eidgenossen allen Grund, selbstbewusst zu sein.

    Anders als die deutsche Mannschaft können die Schweizer mit ihrem WM-Start mehr als zufrieden sein. Gegen Top-Favorit Brasilien gab es zum Start ein beachtliches 1:1.

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    Aber der Schweizer ist eher introvertiert, fast scheu. Im Kaufhaus GUM am Roten Platz traf ich eine Gruppe von etwa zehn, zwölf Eidgenossen beim Shopping. Ich ging auf sie zu und fragte: „Leute, ihr könnt stolz sein auf eure Mannschaft. Wollen wir kurz darüber sprechen?“ Nein, das wollte niemand. Einer sagte, er habe am Montag bereits zehn Interviews gegeben. Ein anderer soll schon einmal die Titelseite einer Schweizer Tageszeitung geziert haben, das sei ihm Ruhm genug. Schließlich erbarmte sich ein junger Mann namens Michael.

    „Nein, ein Unentschieden gegen Brasilien hätten wir nie erwartet“, gesteht er. Er spricht leise und langsam: „Das war einfach sensationell. Aber durch einen Standard kann halt immer ein Tor fallen (Der Treffer fiel nach einem Eckball, Anm. d. Red.). Letztlich haben sie sich das Remis verdient.“

    Der Fußballfan hofft, dass es so weitergeht für die „Nati“, wie die Eidgenossen ihre Mannschaft nennen. Allerdings wartet im nächsten Spiel ein schwerer Brocken: „Gegen Serbien erwarte ich ein hartes Spiel. Da geht es dann wirklich um die Wurst. Wenn die da was reißen und die Serben schlagen, dann könnte es sein, dass es dann mit dem Achtelfinale schon sehr gut aussieht.“ Bescheidenheit meets Jogi Löw.

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    Michael ist nicht nur Fußball-, sondern auch Eishockey-Fan. Schon vor zwei Jahren war er zur Weltmeisterschaft in Moskau: „Aber die Stimmung jetzt ist noch einmal eine ganz andere. Russland ist in jedem Fall sehenswert.“ Danach verabschiedet er sich, denn er und seine eidgenössischen Kollegen müssen am Dienstag noch ihren Flieger erwischen. Es geht nach Hause. Dort werden sie die WM mit Freunden und Verwandten am Fernseher verfolgen und mitfiebern. Wahrscheinlich geht dann richtig die Post ab …

    Das komplette Interview mit Michael zum Nachhören:

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    Fußball, Fans, Nationalmannschaft, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Brasilien, Deutschland, Schweiz, Russland