12:58 18 November 2018
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    Fußballfans auf dem Roten Platz (Symbolbild)

    WM-Touristen begeistert: „Die Welt ist in Russland zu Hause“

    © Sputnik / Kirill Kallinikow
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    Matthias Witte
    Die Welt zu Gast in Russland: Fußball-WM außerhalb der Stadien erleben mit Sputnik (16)
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    Vor dem Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz treffen wir Uwe Störzner. Der Fußball-Fan aus Bitterfeld ist hin und weg von der Stimmung in der Stadt. Trotz Fehlstart traut er der deutschen Mannschaft noch einiges zu.

    Uwe Störzner steht direkt vor dem Mausoleum. Seine Ehefrau hat sich bereits an der Schlange vor dem Eingang angestellt. Der großgewachsene Mann strahlt über beide Ohren. Auch noch, als es um das verlorene Spiel gegen Mexiko geht: „Das war bisher der einzige Wermutstropfen dieser Reise. Aber es hat gezeigt, dass Werte wie Leidenschaft, Willenskraft und Teamgeist auch im Fußball eine Rolle spielen. Dinge, wie man sie im wirklichen Leben benötigt.“

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    Mexiko habe verdient gewonnen. Darum sei das Turnier für die Deutschen aber noch lange nicht gelaufen: „Ein schlechter Start ist nicht das schlechteste Omen, um am Ende vielleicht doch ins Finale einzuziehen, wieder im Luschniki-Stadion.“ Dann fragen wir den Mann aus Sachsen-Anhalt, wie er die WM-Stimmung erlebt, und das Herz geht ihm auf:

    „Fußball wird bei solchen Veranstaltungen die größte Nebensache der Welt. Du hast im Hotel Argentinier, Mexikaner, Peruaner, Iraner – das internationale Flair, das Miteinander. Man versteht überhaupt nicht, dass es auf der großen Welt so viele Probleme und Kriege gibt, wenn man sich so frei bei einem Bierchen oder einem Glas Wasser unterhalten kann. Wenn man erlebt, was hier auf dem Roten Platz los ist! Man kann sich nicht bewegen, so viele Leute sind da und feiern. Die Welt ist in Russland zu Hause.“

    Dazu kommt das Wetter. Die Sonne scheint bei Temperaturen von 25 Grad: „Das hat Moskau so auch noch nicht erlebt“, vermutet der Fan. „Aber das hat sich die Stadt auch verdient für dieses Championat, an dem so viele Menschen aus aller Welt teilnehmen. Ich bin glücklich, dabei zu sein.“

    Auch an die Organisation verteilt Störzner reichlich Blumen: Die Volunteers, die Freiwilligen etwa seien extrem freundlich und hilfsbereit. Das Sicherheitspersonal arbeite schnell und unauffällig. Er fühle sich zugleich frei und sicher.

    Aber der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens kann auch kritisch sein: „Das ist schon unwahrscheinlich, wie hier gebaut wird. Die Stadt rüstet sich für die Zukunft. Dazwischen immer wieder die alten Bauten. Es ist ein Kontrastbild aus Vergangenem und Kommendem. Ich finde es imposant, ich mag die Stadt. Ich brauche sie aber nicht jeden Tag, dafür ist sie mir zu hektisch.“

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    Darum machen sich Störzner und seine Begleitung am heutigen Mittwoch auf nach Sotschi. Mit der Bahn fahren sie ans Schwarze Meer. Dort geht es für die Nationalmannschaft am Samstag gegen Schweden schon ums Ganze. Darum heißt es Daumen drücken. Mit dabei sind auch die Frauen: „Die genießen natürlich auch die Stimmung im Stadion. Das sind ja tolle Arenen. Über die Wirtschaftlichkeit beim Bauen muss man sich sicherlich nicht unterhalten. Das müssen andere verantworten.“

    Das komplette Interview mit WM-Tourist Uwe Störzner zum Nachhören:

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    Fußballfans, Stimmung, Nationalmannschaft, Sicherheit, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Deutschland, Mexiko, Sotschi, Russland