21:37 17 Juli 2018
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    FIFA WM-Volunteer

    Fußball-WM in Russland: „Nur Jogis Jungs!“ – Fifa-Volunteer EXKLUSIV

    © Foto : Imke Hundt
    Sport
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    Alexander Boos
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    Wie wird jemand Freiwillige bei einer Fußball-Weltmeisterschaft? Imke Hundt verrät es im Sputnik-Interview. Sie war bereits bei mehreren Turnieren als „Fifa-Volunteer“ aktiv. „Ich betreue die Presse – auch auf dem Rasen“, so die neun Sprachen sprechende Helferin. Als enthusiastischer Fan der DFB-Nationalelf will sie den Titel verteidigt sehen.

    Sie war bereits bei der WM 2014 in Brasilien als Volunteer (dt.: Freiwillige) dabei. Schon die Frauen-WM 2011 in Deutschland fand Imke Hundt „so toll, dass ich mich einfach nochmal über das Online-Portal der Fifa beworben habe“, erklärt sie gegenüber Sputnik.

    Nun wird sie auch als Helferin bei der anstehenden Fußball-WM in Russland dabei sein. Das Volunteer-Programm des Fußball-Weltverbands Fifa lädt ehrenamtliche Helfer ein, bei Fußball-Turnieren kleine Aufgaben zu übernehmen. Damit sollen Kräfte und Personal vor Ort entlastet werden. Die Helferin Hundt wurde stets im Medienbereich eingesetzt. „Das heißt, wir haben zusammen Journalisten und Fernseh-Teams bei deren Arbeit unterstützt. Wir haben Pressekonferenzen vorbereitet, standen auf dem Spielfeld als Ansprechpartner für Fotografen parat oder auch auf der Medientribüne. Außerdem haben wir die Pressevertreter im Medienzentrum betreut.“

    Die Volunteer-Tätigkeit habe sich sehr positiv auf ihr Privatleben ausgewirkt. „Weil man merkt, dass man mit etwas, das man gerne macht, auch anderen Menschen eine Freude machen kann“, so Hundt. „Dass man nicht nur helfen konnte, sondern auch selber sehr viele tolle neue Leute kennengelernt hat.“ Deswegen unterhalte sie bis heute ein „riesengroßes, weltweites Netzwerk“ und stehe immer noch in Kontakt mit anderen Helfern, mit denen sie vor Jahren zusammengearbeitet habe. Häufig treffe sie sich mit ihnen.

    „Ich habe mich bewusst für Sotschi entschieden“

    „Die Herausforderung wird sein, dass ich mit der russischen Kultur noch nicht so vertraut bin“, blickt sie auf ihre Aufgabe voraus. „Ich finde Russland als Land spannend, weil ich selber noch nie dorthin gereist bin. Aber ich habe ganz viele Freunde und Bekannte, die aus Russland kommen. Ich finde das Land insofern spannend, weil es eine lange Geschichte und Kultur hat und sehr vielseitig ist.“ Das sei ein Riesenland mit „tollen Städten wie Moskau und Sankt Petersburg.“

    Sie selber habe sich jedoch für den WM-Standort Sotschi entschieden, weil dort eine Freundin von ihr lebe. Seit den Olympischen Spielen 2014 sei der Ort infrastrukturell stark gewachsen. „Eine tolle Stadt: Auch mit dem ganzen Angebot an Tourismus und Kulturprogrammen.“ Aus der Stadt am Schwarzen Meer wolle sie so einiges mitnehmen.

    Sotschi ist einer der beliebtesten Bade- und Kurorte Russlands. Die Umgebung der Stadt wird häufig als „Russische Riviera des Schwarzen Meeres“ bezeichnet. Der Mitte des 19. Jahrhunderts gegründete Ort liegt Tourismus-Broschüren zufolge in einer „eindrucksvollen Landschaft“ am Fuße des Kaukasus.

    „Nur Jogis Jungs!“

    Im 2013 eröffneten „Fischt-Stadion“ von Sotschi, das etwa 48.000 Zuschauer fasst und dessen Errichtung etwa 840 Millionen US-Dollar kostete, gibt es ab Mitte Juni insgesamt sechs WM-Spiele und Weltklasse-Teams zu bestaunen. Darunter der Süd-Knaller Portugal – Spanien (15. Juni) und das zweite Vorrunden-Spiel des Titelverteidigers Deutschland gegen Schweden (23. Juni). Aber auch das „Underdog“-Duell Australien – Peru (26. Juni). Dazu kommen ein Achtelfinale (30. Juni) sowie eine Viertelfinal-Begegnung (07. Juni).

    >>Mehr zum Thema: Deutschland gewinnt Fußball-WM… zumindest laut Computer-Rechnung

    WM-Volunteerin Hundt erhofft sich viel von der WM. „Erstmal natürlich der Titel für Deutschland“, meint sie. „Dann wieder viele interessante Erfahrungen, viele Bekanntschaften und ein netter kultureller Austausch.“ Natürlich müsse die deutsche Elf das Turnier gewinnen. „Da geht nichts dran vorbei“, so die Anhängerin der DFB-Auswahl. „Nur Jogis Jungs!“, betont sie.

    Von Brasilien 2014 lernen

    Vor der WM in dem südamerikanischen Land habe sie selbst ein halbes Jahr in Brasilien gelebt. Da sei es für sie nur logisch gewesen, als freiwillige Helferin auch die Medienarbeit beim Turnier zu unterstützen. Nun könne sie die brasilianischen Erkenntnisse mit nach Russland nehmen. „Durch die Erfahrungen und Kontakte in Brasilien habe ich festgestellt, dass eine Freundin von meiner alten Chefin im Volunteer-Bereich bei der WM 2014 jetzt meine neue Chefin des Volunteer-Bereichs in Russland wird. Die Welt ist also klein.“

    Die aus Niedersachsen stammende Helferin spricht neun Sprachen, darunter Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Französisch. Das hat erhebliche Vorteile für die Arbeit bei einem solchen Sport-Großevent. „In Sotschi treten verschiedene Teams an: Deutschland, Spanien, Portugal, Schweden, Peru, Belgien. Ich spreche einige der Sprachen dieser Länder und bin als Ansprechpartnerin gefragt, um zu übersetzen. Um leichter zu kommunizieren.“ Für viele Journalisten sei Englisch nicht die Muttersprache. „Es erleichtert die Kommunikation, wenn mehrere Sprachen für die Vertreter der Medien angeboten werden“, so die Sprachen-Allrounderin, die dem Treffen der fußballerischen Spitzen-Mannschaften voller Vorfreude entgegenfiebert.

    Die Fußball-WM 2018 beginnt am 15. Juni mit der Eröffnungs-Begegnung Russland – Saudi-Arabien im „Luschniki-Stadion“ in Moskau. Der Sieger des Turniers wird exakt einen Monat später beim Finale in der russischen Hauptstadt ermittelt. Das Spiel um den dritten Platz wird am 14. Juni in Sankt Petersburg im Krestowski-Stadion (auch: Gazprom-Arena) ausgetragen.

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    Tags:
    Erfahrung, Fußball, Freiwillige, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Sotschi, Brasilien, Russland
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