00:52 19 Dezember 2018
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    Fußball vereint (nach dem Spiel mit der Auswahl russischer Städte)

    Am Rande der WM erstmals Spiel um Deutsch-Russischen Bürgermeisterpokal

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    Nikolaj Jolkin
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    Das menschliche Miteinander stand im Vordergrund während des von der Deutschen Botschaft Moskau initiierten ersten deutsch-russischen Fußballturniers um den Pokal der Bürgermeister, das am Rande der WM in Russland stattfand.

    Im Jahr der regionalen und kommunalen Partnerschaften zwischen Russland und Deutschland gastierte die vom DFB unterstützte Deutsche Nationalmannschaft der Bürgermeister (DFNB) mit 16 Bürgermeistern aus sieben Bundesländern erstmals in diesem Land. Die Mannschaft reist zu allen Fußballweltmeisterschaften, um das Gastgeberland kennenzulernen und mit kommunalen Politikern Fußball zu spielen.

    Bei der Eröffnung des Wettbewerbes bemerkte der Bürgermeister der Gemeinde Solnetschnogorsk, Andrej Tschurakow, dass der Fußball die Menschen vereinige:

    „Wir bewundern nicht nur das faszinierende Spiel, wir lernen viel voneinander, knüpfen Kontakte, und die Eindrücke, die wir von diesem Event sammeln, werden uns viele Jahre begleiten. Obwohl das Turnier einen Sieger ermitteln wird, wird es keine Verlierer geben. Davon werden wir alle profitieren.“

    Die Erfahrung ermöglichte laut dem DFNB-Kapitän Stefan Dorfmeister, Bürgermeister der Gemeinde Höchenschwand im Schwarzwald, seiner Mannschaft zwei Gruppenspiele zu gewinnen. „Erfahrung macht viel aus, obwohl wir die älteste Mannschaft hier sind. Die DFB-Auswahl musste zu früh nach Hause fahren, deshalb strengen wir uns besonders an. Wir spielen im Moment einfach taktisch besser als die Konkurrenten, und wir spielen das, was der Trainer vorgibt, so ist die typisch deutsche Tugend – strukturiert, ordentlich und arbeitsam.“

    Was die WM betrifft, so habe es ihn gefreut, dass die russische Nationalmannschaft so weit gekommen sei. „Wir waren auch von Frankreich und Belgien begeistert. Das ist der Fußball der Zukunft — dynamisch, schnell und taktisch auf hohem Niveau. Die DFB-Elf schien dagegen für ein  typisch menschliches Syndrom anfällig zu sein, wenn man den Titel schon einmal erreicht hat, so ruft man dann nicht mehr seine ganze Leistung ab und denkt, es geht so laissez faire. Und das geht nicht im modernen Fußball.“

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    Die DFNB kam zum ersten Mal nach Russland. Stefan Dorfmeister, der noch nie hier gewesen ist, hat nicht nur die freundliche Atmosphäre fasziniert, sondern auch „wie alles in der 12-Millionen-Stadt Moskau funktioniert. Wir sind sehr begeistert, das ganze Team mit mir zusammen. Wir sind ja schon in Südafrika und Brasilien gewesen, und wir haben gedacht, hier ist es schon ein bisschen gedämpfter, nein, eine Superatmosphäre und Freundlichkeit. Das ist aber im Fußball so, wenn man antritt, will man den Pokal holen, und der Ehrgeiz ist dann schon auch da, selbst, wenn wir schon ein bisschen älter als Konkurrenten sind.“

    • Tor für DFNB beim Deutsch-Russischer Fußballpokal der Bürgermeister
      Tor für DFNB beim Deutsch-Russischer Fußballpokal der Bürgermeister
      © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    • DFNB-Kapitän Stefan Dorfmeister, Bürgermeister der Gemeinde Höchenschwand im Schwarzwald
      DFNB-Kapitän Stefan Dorfmeister, Bürgermeister der Gemeinde Höchenschwand im Schwarzwald
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    • DFNB-Torwart Norbert Swoboda (Bürgermeister von Lauterbach) zum besten Torhüter gekürt
      DFNB-Torwart Norbert Swoboda (Bürgermeister von Lauterbach) zum besten Torhüter gekürt
      © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    • Fußball vereint (nach dem Spiel mit der Auswahl russischer Städte)
      Fußball vereint (nach dem Spiel mit der Auswahl russischer Städte)
      © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    • Michael Jahn, Bürgermeister von Jessen (Landkreis Wittenberg)
      Michael Jahn, Bürgermeister von Jessen (Landkreis Wittenberg)
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    • deutsche Fans begrüßen den Erfolg der DFNB
      deutsche Fans begrüßen den Erfolg der DFNB
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    Tor für DFNB beim Deutsch-Russischer Fußballpokal der Bürgermeister

    Seine Gemeinde hat noch keine Partnerschaft zu einer russischen Stadt, aber „wir haben auch viele Spieler aus dem ehemaligen Osten von Deutschland mit dabei, und sie sprechen auch die Sprache, und sie erzählen uns, wie es auch schon früher, vor der Perestroika war. Insofern sind wir schon ein bisschen informiert und auch nah dran.“

    Der Bürgermeister sagte weiter: „Jetzt genießen wir mal die Spiele, und dann schauen wir, was sich daraus ergibt. Ich bin von Russland begeistert, habe mir das so nicht vorgestellt. Manchmal bringt unser Fernsehen in Deutschland nicht immer eine ausgewogene Berichterstattung. Ich kann nur jedem empfehlen, auch einmal nach Russland zu gehen. Hier kann man schon schöne Freundschaften knüpfen.“

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    Es sei natürlich sehr schön, fügte Michael Jahn, Bürgermeister von Jessen (Landkreis Wittenberg) hinzu, in Verbindung mit dem größten Land der Welt zu leben, „das wir aus den DDR-Zeiten kennen. Und so soll es auch weiter in der internationalen Zusammenarbeit und Verständigung gehen.“

    Auch er ging auf das frühe Ausscheiden der DFB-Elf ein. „Wir sind alle sehr, sehr traurig und werden noch die nächsten Wochen rätseln, warum das so passiert ist. Wir hatten alle viel mehr von unserer Mannschaft erwartet, wahrscheinlich die Mannschaft selbst auch. Leider ist sie an diesem Druck gescheitert.“

    Wie viele Russen ist auch Michael Jahn von der russischen Nationalmannschaft „von dem Zusammenhalt und Kampfgeist“ beeindruckt. „Wir haben auch gehofft, dass wir sie noch länger bis ins Finale begleiten können. Die Sbornaja hätten wir bis zum Schluss des Turniers gerne gesehen.“

    Die DFNB hat erst nach dem Elfmeterschießen das Finale verpasst und den bedeutungsvollen vierten Platz errungen. Teamchef Joachim Schuster (Bürgermeister von Neuenburg am Rhein) meinte: „Den Pokal lassen wir erstmals in Russland und holen ihn im nächsten Jahr zurück, wenn unsere Amtskollegen zu uns nach Deutschland kommen.“

    Um den Deutsch-Russischen Fußballpokal der Bürgermeister spielten im Moskauer Vorort Solnetschnogorsk außer DFNB auch eine Auswahl des Verbandes russischer Städte, die Mannschaften der Regierung der Region Moskau, der Verwaltung der Moskauer Region Chimki, der deutschen Botschaft in Moskau und der AG Mercedes-Benz RUS, die in der Region Moskau tätig ist. Zwar war der Hauptwunsch, ohne Verletzungen zu spielen, verliefen die Spiele doch mit harten Zweikämpfen, jedoch in kameradschaftlicher Atmosphäre.

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    Pokal, Analyse, Bürgermeister, Partnerschaft, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Deutschland, Russland