03:57 15 Dezember 2018
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    britischer Fußball-Fan in Russland (Archiv)

    Journalist von „The Guardian“ gesteht Fehler britischer Medien im Umgang mit Russland

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    Der Journalist der britischen Zeitung „The Guardian“ Shaun Walker, der mehrere Jahre als Korrespondent in Moskau tätig war, hat gestanden, dass britische Medien Russland falsch dargestellt haben.

    „Wenn ich höre, dass selbst einige Fußball-Journalisten, die zum ersten Mal nach Russland gekommen sind, ihre Bewunderung ausdrücken – dass Moskau ein ‚normaler Ort‘ sei, dass es dort nette Restaurants gebe und dass die Einwohner nicht wie Außerirdische aussehen würden. Wenn meine Freunde in der Heimat, die problemlos in richtig gefährliche Länder der Welt gereist sind, mir sagen, dass sie zu ängstlich seien, um nach Russland zu kommen. Dann frage ich mich, ob die ausländischen Korrespondenten eine bessere Berichterstattung von dem Land liefern hätten können“, so Walker.

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    Die Fans, die trotzdem zur WM gereist seien, zeigten sich von der positiven Atmosphäre beeindruckt. Nämlich, von den Feierlichkeiten auf den Straßen, der Gastfreundlichkeit der meisten Russen sowie dem heißen Sommer und billigen Bier. „Ich habe jedem, der für eine Weile zuhören will, gesagt, dass die meisten Fans, die nach Russland kommen, wohl eine tolle Zeit haben werden“.

    Es sei „bedauerlich“, dass im Vergleich zu früheren Veranstaltungen solcher Art so wenige europäische und besonders britische Fans zur diesjährigen Weltmeisterschaft gekommen seien. „Also haben die britischen Medien Russland falsch verstanden? Naja, ein bisschen schon“.

    „Es gibt bestimmt schreckliche Berichte über Russland sowie engstirnige Experten, die nur ihr eigenes politisches Süppchen kochen wollen. Es stimmt, dass wenn Sie nur britische Boulevardzeitungen über Russland lesen, Sie ein verzerrtes Bild bekommen. Das könnte jedoch über mehrere Themen gesagt werden“.

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    Dem Journalisten zufolge liegt die Schuld nicht zuallerletzt bei Russlands Behörden, die den Ausländern die „Spaßseite“ des Landes erst jetzt gezeigt haben.

    „Seit Jahren war es für russische Offizielle einfacher, über Russophobie zu schreien, als offener zu werden und eine andere Seite des Landes zu präsentieren“.

    Zuvor hatte der Anhänger der britischen Fußball-Auswahl Matt Maybury auf Twitter die britischen Medien kritisiert, die vor Gefahren einer Reise zum Fußballturnier nach Russland gewarnt hatten. „Die britischen Medien sollten sich für ihre notorische  Propaganda gegen die Russen schämen. Denn es ist ein absolut erstklassiges Land“, so der Fan.

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    Tags:
    Russophobie, Ausländer, Vergleich, Medien, Fußballfans, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Guardian, Russland, Großbritannien