16:52 10 Dezember 2018
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    Russischer Präsident Wladimir Putin bei der WM-Finale in Moskau, 15. Juli 2018

    WM 2018 ist Putins Treffer gegen westliche Vorurteile – spanische Zeitung

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    Der russische Präsident Wladimir Putin feiert den organisatorischen Erfolg der Weltmeisterschaft und das Verschwinden der „Mythen und Vorurteile“ über sein Volk. Dies schreibt die spanische Zeitung „El Pais“ in ihrem Artikel über die sozialpolitischen und kulturellen Ergebnisse der WM-2018 in Russland.

    Mürrisch, verschlossen, sauer und gewalttätig: so haben sich viele WM-Fans die Russen vorgestellt, aber während der Weltmeisterschaft habe sie eine Überraschung erwartet, bemerkt „El Pais“.

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    „Sie begegneten hauptsächlich fröhlichen und offenen Menschen, die sich der großen Fußballfeier in allen Städten, in denen die Spiele stattfanden, anschlossen.“

    Es war zwar ein Triumph für Russland, die Viertelfinalrunde zu erreichen, aber viel wichtiger war das positive Bild, welches das Land als WM-Organisator gegeben hatte. Die Stadien waren voll, die Infrastruktur und Logistik funktionierten einwandfrei, und die Politik war beiseitegelegt, was sich in der Tatsache äußerte, dass der russische Präsident nur das Eröffnungsspiel und die Finalrunde besuchte.

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     Es gab für die westlichen Besucher der WM zwei Hauptgefahren: die Möglichkeit eines Terroranschlags von Anhängern des „Islamischen Staates“ (IS, auch Daesch) und die viel gefürchteten Fußball-Ultras, die oft für Aufregung bei europäischen Klubwettbewerben gesorgt hatten. Diese Ängste bewahrheiteten sich jedoch nicht, unter anderem dank der Zusammenarbeit der Polizeikräfte der teilnehmenden Länder, um die gewalttätigen Fans zu beruhigen.

    Die andere Angst des Westens, dass Nationalisten und Homophoben die sexuellen Minderheiten angreifen würden, bewahrheitete sich auch nicht.

    „Und seltsamerweise wurde der Kokoschnik, ein weibliches Kleidungsstück, zum Unisex-Symbol, und Frauen und Männer trugen auf ihren Köpfen diesen alten Kopfschmuck“, so die Zeitung.

    Russland habe der Kritik Gehör geschenkt und die Schwierigkeiten berücksichtigt, die während des Konföderationen-Pokals im letzten Jahr aufgetreten seien. Deswegen sei der Zutritt zu den Stadien (der drei Stunden vor dem Spiel begann) sowie deren Verlassen nach dem Spiel viel effizienter organisiert gewesen.

    Die Fan-ID habe die Visa praktisch ersetzt, die kostenlose Nutzung von Verkehrsmitteln und Zugriff auf kulturelle Veranstaltungen erlaubt.

    „Trotz einzelner kleiner Zwischenfälle war die WM von einer festlichen Atmosphäre geprägt“, resümiert die Zeitung.

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    Der Fifa-Präsident Gianni Infantino fasste die Stimmung vieler zusammen, indem er erklärte, dass die WM die Wahrnehmung  Russlands bei den westlichen Ländern geändert habe. Russland erwies sich dem Fifa-Chef zufolge als „warm und gastfreundlich“.

    Die Meisterschaft habe ein Wunder geschaffen, zitiert „El Pais“ einen Experten der Moskauer Carnegie Think Tank.

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    Das Wunder sei, dass viele Russen sich konsolidieren und nicht mehr „Monster in den Augen der Welt“ sein wollen.

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    Fußball-WM 2018, Zeitung El Pais, Wladimir Putin, Gianni Infantino, Russland