08:06 22 August 2018
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    DFB-Nationalspieler Mesut Özil (r.)

    „Seit Jahren wie Dreck gespielt“: Bayern-Präsident Uli Hoeneß attackiert Özil

    © REUTERS / Dylan Martinez
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    Alexander Boos
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    Uli Hoeneß begrüßt den Rücktritt von DFB-Nationalspieler Mesut Özil. Für den Präsidenten des FC Bayern München ist Özil „ein reiner Mitläufer und Alibi-Kicker“. Er habe seit Jahren schlecht gespielt. „Endlich ist der Spuk vorbei.“ Auch kritisiert er den Arsenal-Spieler wegen seiner Social-Media-Aktivitäten als „Online-Boy.“

    Der Weltmeister von 1974 kritisiert den Titelträger von 2014. Uli Hoeneß freue sich „aus rein sportlichen Gründen“ über den Rücktritt des DFB-Spielmachers Mesut Özil. Das berichten unter anderem Münchner Medien. Özil sei nur von den anderen durch die gewonnene Fußball-WM in Brasilien getragen worden. Der Rücktritt sei zu begrüßen.

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    „Ich finde das gut“, so Hoeneß. „Das ist für die deutsche Nationalmannschaft prima und zwar nur aus sportlichen Gründen. Weil für mich der Mesut Özil seit vielen Jahren ein Alibi-Kicker gewesen ist, der der deutschen Mannschaft überhaupt nicht geholfen hat. Und deswegen ist es nur konsequent, wenn er jetzt die Konsequenzen zieht. Er macht es vordergründig wegen dieser angeblichen schlechten Behandlung durch den DFB. Aber ich finde, er sollte sich mal selbst hinterfragen, wann er den letzten Zweikampf gewonnen hat. Das ist Jahre her.“

    Fußballer sind „Online-Boys“: Kritik an Sozialen Medien

    „Ihr werdet alle manipuliert von diesen Online-Boys“, wetterte Hoeneß, der bei der WM 1974 in allen deutschen Spielen zum Einsatz kam. „(Özils) 35 Millionen Follower-Boys, die es natürlich in der wirklichen Welt nicht gibt, kümmern sich drum. (…) Wenn er bei Arsenal einen Querpass zum Mann spielt, dann hat er schon überragend gespielt, und ihr fallt alle drauf rein. Und das ist das ganze Problem. Die ganze Entwicklung in unserem Land ist eine Katastrophe.“ Sportlich habe Özil schon lange nichts mehr in der Nationalmannschaft verloren. „Deswegen finde ich’s prima und für den Neuanfang wunderbar, dass er jetzt endlich aufhört.“

    Hoeneß zeigt sich froh, dass „der Spuk nun vorbei“ sei. Es sei noch keiner auf die Idee gekommen, den Spieler mal sportlich zu hinterfragen. „Der hat sich jetzt schön hinter der ganzen Erdogan-Geschichte verstecken können. Das ist doch die ganze Sauerei. Der hat doch einen Dreck gespielt, einen Dreck seit vielen Jahren.“ Und jetzt sollen auf einmal „der Grindel und der Löw und der Bierhoff schuld“ sein? Das finde der Bayern-Präsident lächerlich.

    „Wann hat Özil das letzte Mal einen Zweikampf gewonnen?“

    „Schon bei der WM 2014 war er ein reiner Mitläufer und war kurz davor, rauszufliegen“, so Hoeneß. „Die anderen haben ihn schön durch’s Endspiel gezogen. Ich spreche von der sportlichen Leistung von Herrn Özil, und die ist schon seit vielen Jahren nicht mehr genügend für eine Leistungsgesellschaft. Denn der neue Fußball heißt: Zweikämpfe gewinnen, am Gegner vorbeikommen. Wann ist der Özil das letzte Mal am Gegner vorbeigekommen?“

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    Abgang des Weltmeisters von 2014

    2014 wurde Mesut Özil (früher Werder Bremen, Schalke 04 und Real Madrid) mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister. Seit 2010 stand er im DFB-Kader und absolvierte in dieser Zeit 92 Länderspiele. Aktuell steht er beim englischen Traditionsverein Arsenal London unter Vertrag. Mit Deutschland hatte er bei der WM in Russland ein „historisches Aus“ erlebt und war schon in der Vorrunde ausgeschieden.

    Am Sonntag trat Özil (29) aus der deutschen Nationalmannschaft zurück. Als Gründe nannte er „rassistische Äußerungen“ sowie fehlenden Rückhalt durch die DFB-Führungsriege. Namentlich kritisierte der Deutsch-Türke den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel. Kurz vor der WM sorgten gemeinsame Fotos von Özil mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan für mediale Aufmerksamkeit.

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    Tags:
    Nationalmannschaft, Rassismus, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Deutscher Fußball-Bund (DFB), Oliver Bierhoff, Recep Tayyip Erdogan, Joachim Löw, Mesut Özil, Deutschland