08:08 21 August 2018
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    Deutschlands Nationalspieler Mesut Özil (r.) und Trainer Joachim Löw

    DFB kontert Özil: Verband weist Rassismus-Vorwürfe zurück

    © AP Photo / Lee Jin-man
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    Das Präsidium des Deutschen Fußballbunds hat in einer Pressemitteilung zu den Vorwürfen des zurückgetretenen Nationalspielers Mesut Özil Stellung genommen. Der Verband distanziert sich vom Vorwurf des Rassismus, räumt aber eigene Versäumnisse ein.

    In einer Pressemitteilung nimmt der DFB schriftlich Stellung zu den Aussagen von Mesut Özil. Der türkisch-stämmige Nationalspieler war wegen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdogan scharf kritisiert worden. Nach dem WM-Aus in Russland hatte Özil sein Schweigen gebrochen. Er schilderte die Entstehung der Fotos mit dem Verweis auf seine Herkunft. Für ihn seien die Bilder nicht politisch gewesen, und er würde sich wieder mit Erdogan fotografieren lassen. Zudem kritisierte Özil deutsche Medien, den DFB und vor allem dessen Präsidenten Reinhard Grindel. Am Montag kam die Antwort des DFB. Darin heißt es wörtlich:

    „Die Bilder mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan haben (…) bei vielen Menschen in Deutschland Fragen aufgeworfen. Dass der DFB im Umgang mit dem Thema dazu auch einen Beitrag geleistet hat, räumen wir selbstkritisch ein. Und dass Mesut Özil das Gefühl hatte, als Ziel rassistischer Parolen gegen seine Person nicht ausreichend geschützt worden zu sein, wie es bei Jerome Boateng der Fall war, bedauern wir. Es war aber wichtig, dass Mesut Özil, wie vor ihm bereits Ilkay Gündogan, mit Blick auf dieses Foto Antworten gibt, unabhängig vom sportlichen Ausgang des Turniers in Russland.“

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    Im Weiteren distanziert sich der größte Sportverband der Welt von den Vorwürfen des Weltmeisters von 2014:

    „Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir aber mit Blick auf seine Repräsentanten, Mitarbeiter, die Vereine, die Leistungen der Millionen Ehrenamtlichen an der Basis in aller Deutlichkeit zurück. Der DFB engagiert sich seit vielen Jahren in hohem Maße für die Integrationsarbeit in Deutschland. Er verleiht unter anderem den Integrationspreis, er hat die Kampagne ‚1:0 für ein Willkommen‘ ins Leben gerufen und Zehntausende Flüchtlinge in die Fußballfamilie integriert. Er hat in den vergangenen 15 Jahren eine vielschichtige Integrationsarbeit etabliert, die bis in die Amateurvereine wirkt. Der DFB steht für Vielfalt, von den Vertretern an der Spitze bis zu den unzähligen, tagtäglich engagierten Menschen an der Basis.

    Der DFB bedauert den Abschied von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft. Das ändert aber nichts an der Entschlossenheit des Verbandes, die erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung fortzusetzen.“

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    Tags:
    Vorwürfe, Verbindung, Rassismus, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Deutscher Fußball-Bund (DFB), Reinhard Grindel, Mesut Özil, Recep Tayyip Erdogan, Deutschland
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