16:11 17 November 2018
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    Die deutsche Olympiasiegerin im Eiskunstlauf Aljona Savtschenko (l.)

    Deutsche Olympiasiegerin Savtschenko verteidigt Özils Rücktritt

    © AFP 2018 / ARIS MESSINIS
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    Die deutsche Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, die gebürtige Ukrainerin Aljona Savtschenko, hat Verständnis für den Fußballer Mesut Özil und seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur gezeigt.

    „Ich kann es verstehen und nachvollziehen”, zitieren deutsche Medien die 34-Jährige. „Jeder entscheidet, was besser für einen ist. Wenn er sich unglücklich fühlt, ist es die richtige Entscheidung.”

    Savtschenko gewann sechs Weltmeisterschaft-Titel im Paarlauf für Deutschland und holte im Februar mit ihrem aus Frankreich stammenden und ebenfalls in Deutschland eingebürgerten Partner Bruno Massot Olympia-Gold bei den olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang.

    Trotz der angenommenen Staatsbürgerschaft und der großen Erfolge habe die seit 2003 in Deutschland lebende Sportlerin sich in ihrer Wahlheimat nicht immer akzeptiert und respektiert gefühlt. „Als ich mit meinem damaligen Partner Robin Szolkowy erstmals Weltmeister geworden war, sagte ein Junge zu mir: ‚Du bist Ausländerin‘“, erinnert sich Savtschenko. Das sei unfair und nicht schön gewesen.

    „Wenn man für ein Land das Beste gibt, muss akzeptiert werden, wie man ist und woher man kommt“, sagte sie. „Ich würde mich vielleicht besser fühlen, wenn das mehr anerkannt wird. Ich lasse mich aber nicht traurig dadurch machen. Ich liebe Deutschland.“

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    Wegen Fotos mit dem türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, war der 29-jährige Weltmeister Mesut Özil in die Kritik geraten. In seiner Erklärung vom 22. Juli hatte er den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dessen Präsidenten Reinhard Grindel, deutsche Medien sowie Sponsoren für ihren Umgang mit ihm scharf kritisiert.

    Die Fotos mit Erdogan lösten eine scharf diskutierte Debatte darüber aus, ob sich ein Spieler der deutschen Nationalmannschaft gemeinsame öffentliche Fotos mit dem türkischen Staatschef erlauben darf, der einen zunehmend autoritären und undemokratischen Regierungsstil verfolge, so die Kritiker.

    Die so entstandene öffentliche Diskussion verwandelte sich schnell in eine Generaldebatte über die Integration von Migranten und ihrer Nachkommen und um Toleranz.

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    Tags:
    Toleranz, Unterstützung, Integration, Migranten, Deutscher Fußball-Bund (DFB), Mesut Özil, Recep Tayyip Erdogan, Deutschland