01:16 14 Dezember 2018
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    Freundschaftsbegegnung Deutchland vs. Russland

    "Russland, Russland"-Chöre in Leipzig: So schlug sich "Sbornaja" gegen Jogis Jungs

    © Sputnik / Anton Denissow
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    Alexander Boos
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    Am Donnerstagabend gewann die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ein Freundschaftsspiel gegen Russland mit 3:0. Viele russische Fans der "Sbornaja" fanden den Weg ins Leipziger Stadion. Sie beklatschten begeistert jede Aktion der russischen Nationalkicker, die bei der Heim-WM im Sommer so begeistert hatten. Sputnik war vor Ort.

    Schon vor Spielbeginn schallten "Rassia, Rassia"-Fangesänge durchs Leipziger WM-Stadion, der "Red Bull"-Arena, Heimspielstätte von Fußball-Bundesligist "RB Leipzig". Über 35.000 Zuschauer fanden den Weg zum Freundschaftsspiel Deutschland — Russland am Donnerstagabend in der Messestadt. Darunter viele Russen und russischstämmige Fußball-Fans, die den bekannten Schlachtruf für die russischen Nationalkicker skandierten. Kein Wunder, liegt die erfolgreiche Heim-WM Russlands nur wenige Monate zurück und ist somit allen russischen Fußball-Fans noch sehr gut im Gedächtnis.

    Ein Hauch WM-Feeling lag vor dem Anstoß in der Leipziger Luft. Hofften doch viele Fans der "Sbornja", der russischen Elf, heimlich hinter vorgehaltener Hand auf einen Überraschungs-Sieg "ihrer" Russen gegen den kriselnden ex-Weltmeister Deutschland. Wir erinnern uns: Bei der WM in Russland schied die deutsche Elf sang- und klanglos aus der Vorrunde raus — und das als damaliger amtierender WM-Titelverteidiger. Russland kam bis ins Viertelfinale. Zudem droht der DFB-Elf von Jogi Löw in der "UEFA Nations League" der Abstieg.

    Balsam für deutsche Fans: Frühes Tor durch Sané

    Das frühe Tor durch Leroy Sané in der 8. Minute war Balsam fur die leidenden Fans der deutschen Nationalmannschaft, die natürlich zahlenmäßig überlegen waren. Der russische Gäste-Block war nicht komplett gefüllt, jedoch absolut lautstark.

    • Die Ruhe vor dem Sturm: Kurz vor Anpfiff in Leipzig.
      Die Ruhe vor dem Sturm: Kurz vor Anpfiff in Leipzig.
      © Sputnik / Alexander Boos
    • Tolle Stimmung bei den russischen Fans - trotz vereinzelt leerer Plätze.
      Tolle Stimmung bei den russischen Fans - trotz vereinzelt leerer Plätze.
      © Sputnik / Alexander Boos
    • Mitten im Spiel ...
      Mitten im Spiel ...
      © Sputnik / Alexander Boos
    • Banner im russischen Gäste-Block
      Banner im russischen Gäste-Block
      © Sputnik / Alexander Boos
    • Fans beim Freundschaftsspiel in Leipzig
      Fans beim Freundschaftsspiel in Leipzig
      © Sputnik / Alexander Boos
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    Die Ruhe vor dem Sturm: Kurz vor Anpfiff in Leipzig.

    Die Stimmung bei den deutschen Fußball-Anhängern steigerte sich von Minute zu Minute. Auch weil die Tore 2 (Niklas Süle, 25. Min.) und 3 (Serge Gnabry,40. Min) fielen. Dann ging's für beide Teams erstmal in die Kabinen.

    Russland wird stärker

    Rein in Halbzeit Zwei: Bereits kurz nach Wiederanpfiff gingen begeisternde Laola-Wellen durchs Stadion. Die Russen kamen jetzt auch immer besser ins spiel. Russlands Russlands Nationalspieler Aleksey Ionow "ließ Rüdiger ins Leere rutschen, schoss dann aber knapp rechts vorbei", kommentierte "Spiegel Online" nach dem Spiel.

    Die Chance in der 49. Minute hätte fast der 1:3-Anschlusstreffer für die "Sbornaja" sein können — vielleicht sogar müssen. Die russischen Fans jubelten aber bereits so laut, als sei das Tor gefallen.

    Russische Fans beklatschen "Bruder-Wechsel"

    Das war auch der Zeitpunkt der stärksten Phase der russischen Elf unter Trainer Stanislaw Tschertschessow. Mit einer Glanzparade musste DFB-Torhüter Manuel Neuer eingreifen — hielt seinen Kasten jedoch sauber.

    Großen Applaus zollten die russischen Anhänger jeder Aktion ihrer Mannschaft — ob Chance, Einwurf, Rettungstat im eigenen Strafraum oder Einwechselung. So applaudierten die russischen Fans begeistert dem "Bruder-Wechsel" in der 60. Minute: Mirantschuk für Mirantschuk. Alexei raus, Anton rein. Beide Zwillingsbrüder spielen für "Lokomotive Moskau".

    Wenig Applaus für Leipzigs Timo Werner

    Timo Werner, der für RB Leipzig spielt und sozusagen in "seinem Wohnzimmer" kickte, wurde von Bundestrainer Jogi Löw in der 65. Minute für Nachwuchs-Talent Julian Brandt ausgewechselt.

    ​Der Leipziger Stürmer Werner erhielt beim Verlassen des Feldes nur verhaltenen Applaus vom Publikum, das scheinbar mehr von ihm erwartet hatte. "Er müsste ein bisschen abeklärter sein vorne", kommentierte Gerold Knauer, Leipziger Fußball-Fan vor Ort im Stadion gegenüber Sputnik. Das fehle Timo Werner bisher noch, aber RB Leipzig werde den Spieler "schon noch formen".
    Die Deutschen im russischen Team

    Die Auswechselung von Konstantin Rausch (früher u. a. VfB Stuttgart), 20 Minuten vor Spielende, erinnerte daran, dass einige deutschstämmige Fußballer in Reihen der Russen kicken. Neben Rausch stand Roman Neustädter (früher u. a. Schalke 04) — der die Heim-WM knapp verpasst hatte — in der Startaufstellung Russlands gegen Deutschland.

    Russischer "Flitzer"

    Am Ende gewann die DFB-Elf das Freundschaftsspiel gegen Russland mit 3:0. Daran konnte auch der Flitzer im russischen Nationaltrikot kurz vor Abpfiff nichts mehr ändern.

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    Tags:
    Deutscher Fußball-Bund (DFB), Leipzig, Deutschland, Russland