09:42 15 Dezember 2019
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    Anton Schipulin und Alexander Loginow (Archivbild)

    Was ist los? Österreichische Polizei bei russischem Biathlonteam – Erste Kommentare

    © Sputnik / Alexander Wilf
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    Kurz vor Start der zweiten Etappe des Biathlon-Weltcups in Hochfilzen hat die österreichische Polizei die russische Nationalmannschaft besucht und eine Reihe Sportler und Spezialisten befragt, wie der russische Biathlon-Verband bestätigte. Was ist passiert?

    Hier die Chronologie der Entwicklungen:

    Instagram-Posting von russischem Sportmoderator

    Am Mittwoch teilte der russische Sportmoderator Dmitri Gubernijew in seinem Instagram-Account mit, dass die österreichische Polizei das russische Biathlon-Team besucht habe. Die russischen Sportler befinden sich nun in Österreich, wo vom 13. bis 16. Dezember die zweite Etappe des Biathlon-Weltcups ausgetragen wird. Gubernijew postete ein Foto: Laut seinen Aussagen ist es eine Liste mit den Sportlern, Trainern, Ärzten und Masseuren, denen die Verletzung der Anti-Doping-Regeln bei der Biathlon-WM in Hochfilzen im Jahre 2017 vorgeworfen wird. Alle genannten Personen sollen demnach der Polizei Erklärungen abgeben.

    „Interessant, warum jetzt, knapp zwei Jahre später, die Vorwürfe erhoben worden sind. In den vergangenen paar Jahren wurde und wird unser Team regelmäßig auf Doping getestet – keine Frage! Und nun hat die österreichische Polizei eine“, schrieb der Moderator.

    Russischer Biathlet über Vorwürfe

    Heute veröffentlichte der russische Biathlet Alexander Loginow, der auch auf dieser Liste stehen soll, ein Foto. Es zeigt, wie sich der Sportler von März 2016 bis März 2018 insgesamt 29 Doping-Tests unterzog.

    „Ich wollte es schon gestern publik machen, aber die Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft haben aus irgendeinem Grund gebeten, es nicht in den Medien zu verbreiten. Damit ein russischer moderner Sportler laufen kann, reicht ein Dopingtest offenbar nicht.“

    Laut seinen Worten war er bereits „in einer schlechten Lage wegen dem, was ich nicht gemacht habe“. Ferner schrieb er: „Erneut werden irgendwelche Manipulationen mit Bluttransfusionen und noch etwas anderem vorgeworfen. Und das alles im Februar 2017, als ich nur zwei Monate lang im Einsatz war. Das Interessanteste ist, dass alles auf Grundlage irgendwelcher 100 befragter Menschen und Rodtschenkow persönlich passiert…“

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    Я хотел выложить ещё вчера, но почему-то сотрудники прокуратуры очень просили не выкладывать это в сми. Видимо для того что бы современному русскому спортсмену бегать, уже не достаточно сдавать допинг тесты. Я уже был в плохой ситуации за то чего не делал, и вчера меня и не только меня, обвиняют в каких то махинациях с переливаниями крови и еще с чем то(конкретно нам не чего не сказали). И всё это в феврале 2017 года, когда я бегал всего 2 месяца. И самое интересное, что это всё на основании 100 каких то опрошенных людей и лично Родченкова. Могу на 1000% сказать, что в чём меня обвиняют не правда, и хочу задать риторический вопрос- не ужели Русские спортсмены на столько не дорожат своей спортивной жизнью и просто жизнью, что бы заниматься тем в чём нас обвиняют!?

    Публикация от Александр (@aleksandr_loginov) 12 Дек 2018 в 10:56 PST

    Statement vom Biathlon-Verband Russlands

    Der russische Biathlon-Verband bestätigte auf seiner offiziellen Homepage, dass am Mittwochabend Vertreter der österreichischen Polizei das russische Team besuchten. Sie befragten einige russische Sportler und Spezialisten. Die Fragen beinhalteten demnach mögliche Verletzungen der Anti-Doping-Regeln bei der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen. Der Präsident des Verbandes kontaktierte bereits den russischen Botschafter in Österreich.

    Russische Botschaft erfragt offizielle Info bei Österreichs Staatsanwaltschaft

    Die russische Botschaft erfragte laut dem Pressesprecher der Botschaft, Bulat Chajdarow, offizielle Informationen bei der österreichischen Staatsanwaltschaft. „Wir haben darüber hinaus die Leitung des österreichischen Außenministeriums kontaktiert. Derzeit ist es zu früh für Kommentare zu dieser Sache. Wir gehen dem nach“, sagte er.

    Russlands Sportminister kommentiert

    Der russische Sportminister, Pawel Kolobkow, ließ laut einer entsprechenden Mitteilung des Pressedienstes vom russischen Sportministerium wissen, dass die österreichische Polizei eine Untersuchung zu russischen Biathleten und Spezialisten der Mannschaft durchführt. Ihnen werden Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln bei der WM 2017 in Österreich zur Last gelegt.“ Ferner heißt es:

    „Dabei gab es in den vergangenen Jahren keine Vorwürfe gegen Russen – weder seitens der Organisatoren der damaligen WM noch seitens der entsprechenden Anti-Doping-Dienste.“

    Russlands Außenministerium nimmt Stellung

    Als dieser Artikel verfasst wurde teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, mit, dass „unsere diplomatische Vertretung keine offiziellen Anfragen zu dieser Situation erhalten“ habe. „Ebenso wurden keine Vorwürfe gegen russische Sportler seitens der Organisatoren der angegebenen Sportveranstaltung im Jahr 2017 erhoben.“

    Zur entstandenen Situation um die russischen Sportler in Österreich äußerte sich Sacharowa wie folgt: „Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, was nun in Europa aufersteht, welche Traditionen dem europäischen Boden entspringen. Man dringt im Vorfeld wichtiger Sportwettbewerbe in der Nacht bei Sportlern ein und schafft eine seltsame, destabilisierende und für Sportler unterdrückende Atmosphäre aus Drohungen und Misstrauen. Man versucht, etwas zu erklären und zu übergeben.“

    Sie wies unter anderem darauf hin, dass die Unterlagen zur Durchführung dieser Handlungen mit 11. Dezember datiert sind.

    „Wo waren die österreichischen Polizisten zwei Tage lang?“

    Darüber hinaus sagte sie: „Da wir derzeit nicht über die vollständigen Information verfügen, können wir uns kein Bild über die Geschehnisse machen; um von einem politischen Element oder einem politischen Charakter des Geschehens zu sprechen ist es noch zu früh.“

    „Aber falls diese Informationen bestätigt werden – also über die Präsenz einer politischen Komponente in der ganzen Sache sowie über den Versuch einer psychologischen Druckausübung auf russische Sportler, wird unsere Reaktion nicht lange auf sich warten lassen.“

    Österreichs Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlung

    Die Wirtschafts- und Korruptionsanwaltschaft bestätigte sowohl gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti als auch der APA, dass entsprechende Ermittlungen eingeleitet wurden. Sie sollen sich gegen fünf Sportler und Betreuer des russischen Teams richten.

    Anton Schipulin empört

    Vor mehreren Stunden äußerte sich der Olympia-Sieger Anton Schipulin zur entstanden Situation.

    „Ich habe nie Doping benutzt und keine Anti-Doping-Regeln verletzt…“

     

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    Я никогда в жизни не употреблял допинг. Я никогда не нарушал антидопинговых правил. Я всегда добросовестно проходил все допинг тесты и всегда был открыт для всех антидопинговых служб. У меня нет никакого объяснения происходящему. Я крайне зол, что продолжается охота на ведьм, которая подрывает мое доверие, как абсолютно чистого спортсмена, не только к борьбе с допингом, но и к нашему виду спорта в целом. Любые обвинения, даже любые домыслы в свой адрес, иначе как полным бредом я назвать не могу. Это абсолютно безосновательный бред, ничего кроме возмущения не вызывающий. Я всегда честен перед собой, биатлонной семьей и болельщиками. Мне не в чем упрекнуть себя. *** I have never used any prohibited substances. I have never violated a single anti-doping rule. I have always been open to all anti-doping authorities and institutions. I have no explanation for recent events. I am angry and furious about the witch-hunt that is going on. It undermines my trust not only in anti-doping institutions in general, but in biathlon as a sport in particular. All possible accusations towards myself, even all rumors are nonsense. Total nonsense. I have always been honest to myself, to the Biathlon family and to the supporters. I have nothing to blame myself for.

    Публикация от Anton Shipulin (@anton_shipulin) 13 Дек 2018 в 1:06 PST


    „Ich bin darüber empört, dass die Hexenjagd fortgesetzt wird, die mein Vertrauen als absolut ,saubererʻ Sportler im Anti-Doping-Kampf sowie in unsere Sportart insgesamt untergräbt…“, fügte er unter anderem hinzu.

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    Tags:
    Staatsanwaltschaft, Vorwürfe, Biathlon, Weltmeisterschaft, Polizei, Doping, Anton Schipulin, Pawel Kolobkow, Maria Sacharowa, Österreich, Russland