00:33 01 Dezember 2020
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    Der Ex-Cheftrainer der russischen Biathletinnen, Wolfgang Pichler, hat am Samstag gegenüber russischen Medien den Beschluss des Exekutivkomitees der Internationalen Biathleten-Union (IBU) kommentiert, die russischen Sportler nicht vom Biathlon-Weltcup in Hochfilzen wegen der Doping-Vorwürfe von 2017 auszuschließen.

    Pichler hält nach seinen eigenen Worten den Beschluss für richtig. Sie hätten (die Biathleten – Anm. d. Red.) nichts getan. Niemand habe eine solche Dummheit nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi begehen können.

    Um die Sportler zu bestrafen, seien Fakten erforderlich und nicht nur das, was Rodtschenkow gesagt habe. Ihn wundere ein wenig, dass die ganze Welt ihm (Rodtschenkow – Anm. d. Red.) glaube. Pichler selbst könne dem nicht vertrauen, was Rodtschenkow gesagt habe.    

    In seinen Aussagen gebe es viele Lügen. Pichler ist seinen eigenen Worten zufolge sehr enttäuscht, dass niemand – weder die Internationale Biathleten-Union noch die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada —  ihn danach gefragt habe, was tatsächlich in Russland geschehe.

    Am Mittwoch, kurz vor dem Start der zweiten Etappe des Biathlon-Weltcups in Hochfilzen, hatte die österreichische Polizei die russische Nationalmannschaft besucht und eine Reihe Sportler befragt. Die Fragen beinhalteten mögliche Verletzungen der Anti-Doping-Regeln bei der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen. Die Ermittlungen wurden eingeleitet, nachdem der Rechtsanwalt von Grigori Rodtschenkow seine Mitteilung verlautbart hatte. 

    In Österreich wird vom 13. bis 16. Dezember die zweite Etappe des Biathlon-Weltcups ausgetragen.

    Die IBU hatte am Samstag fünf russische Biathleten nicht von der zweiten Etappe des Biathlon-Weltcups in Hochfilzen ausgeschlossen, da sie keine Beweise für ihre angeblichen Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln erhalten hatte.

    Wolfgang Pichler war von 2011 bis 2014 Cheftrainer der russischen Biathletinnen. 

    Vor etwa zweieinhalb Jahren hatte „The New York Times“ Aussagen des ehemaligen Chefs der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada, Grigori Rodtschenkow, über ein angebliches „Doping-System“ in Russland veröffentlicht, auf deren Grundlage später Berichte der Welt-Anti-Doping Agentur (Wada) erstellt wurden. Später leitete das russische Ermittlungskomitee ein Strafverfahren gegen Rodtschenkow ein, der sich in die USA abgesetzt hatte. Nach Angaben des Komitees hatte Rodtschenkow in seiner Zeit als Sportfunktionär selbst verbotene Substanzen unter Sportlern verbreitet.

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    Tags:
    Vorwürfe, Doping, Biathlon-Weltcup, Internationale Biathleten-Union IBU, Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Wolfgang Pichler, Grigori Rodtschenkow, Österreich, Russland