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05:31 18 Oktober 2019
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    Anton Schipulin (Archiv)

    Russischer Biathlon-Star Anton Schipulin beendet Karriere

    © Sputnik / Alexej Filippow
    Sport
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    Der russische Staffel-Olympiasieger von 2014, Anton Schipulin, hat seine Biathlon-Karriere für beendet erklärt. Der Sportler nannte während seiner heutigen Pressekonferenz die Gründe dafür, Pläne für die Zukunft und aktuelle Prioritäten in seinem Leben.

    Am Dienstag erklärte Schipulin, dass er seine Profi-Auftritte beendet. Letzter sportlicher Start wird am 29. Dezember die World Team Challenge im deutschen Gelsenkirchen sein.

    „Das wird mein letztes Rennen in der Karriere. Zusammen mit Jekaterina Jurlowa werde ich laufen“, sagte der Sportler auf der Pressekonferenz von MIA Rossiya Segodnya.

    „Ich bin froh, dass ich in diesem Jahr Silvester in Russland feiern kann. Darüber hinaus hat am 1. Januar mein Vater sein 60-jähriges Jubiläum; alle Gedanken werden nach diesem Rennen darauf konzentriert sein, ein Fest für die Familie zu geben.“

    Gründe für die Verabschiedung vom professionellen Sport

    „Ich fliehe nicht vor Problemen“

    Der Profisport hat sich laut Schipulin wegen unterschiedlicher Provokationen in eine trübselige Arbeit verwandelt und war keine Lieblingssache mehr für den Sportler.

    „Ich fliehe nicht vor Problemen. Ich habe immer gesagt, dass ich ,sauberʻ bin. Wie viele Male habe ich Martin Fourcade (Frankreichs Biathlon-Star – Anm. d. Red.) erläutert, welche politische Situation wir haben, welchen Druck man auf uns ausübt. Gewissermaßen versteht er dies. Aber dann kommt die Polizei wegen Aussagen eines Menschen, der in Amerika sitzt. Es ist klar, dass es eine reine Provokation war, die zuvor geplant gewesen war. Ich fliehe gerade vor diesen Provokationen, die mir nicht erlauben, mich auf die Lieblingssache zu konzentrieren. Jetzt ist diese Arbeit trübselig. Biathlon und Sport wurden für mich zu einer Art von Tätigkeit, wo ich keinen Spaß mehr hatte.“

    Politische Situation erlaubt keine Ergebnisse

    Darüber hinaus sagte Schipulin, dass vor drei Monaten 95 Prozent der Menschen ihm empfohlen hätten, im Sport zu bleiben. „Aber mit dieser Motivation und dieser politischen Lage im Sport kann ich keine Ergebnisse erreichen, das wird sehr schwierig. Also ist es besser, jetzt zu gehen, als keine Plätze auf dem Siegerpodium zu belegen.“

    „Ich will nicht im Schmutz kämpfen“

    Ferner erzählte der berühmte Sportler über seine Träume in der Kindheit:

    „Als ich Kind war, träumte ich vom großen Sport, aber jetzt hat sich der Sport in Schmutz verwandelt. Ich will nicht mehr auftreten und in diesem Schmutz kämpfen. Man kann sagen, dass ich vom Profisport enttäuscht bin.“

    „Ich habe verstanden, was ich geopfert habe. Ich habe die ersten Schritte meines Kindes nicht gesehen, ich habe seine ersten Wörter nicht gehört, sein Lächeln und sein Lachen nicht gesehen. Aber damals hatte ich ein bestimmtes Ziel. Aber nach dem erneuten negativen Ausbruch, nach der erneuten grundlosen Anschuldigung, die es in Österreich gab, habe ich viel nachgedacht. Ich ließ den Kopf hängen, saß alleine im Zimmer. Bei mir waren weder Trainer noch Verwandte. Ich habe begonnen, alles zu begreifen, (…) Pro und Kontra erwogen und verstanden: Die Zeit, die ich in den Sport investiert habe, werde ich für die Familie haben.“

    Gesundheitsprobleme

    Schipulin verwies unter anderem darauf, dass er in den letzten Monaten dreimal Viruskrankheiten hatte. „Es gab auch bestimmte Probleme, die ich gemeistert habe, darunter auch Herzprobleme.“ Dazu sagte der Russe, dass er in sich nicht die nötige Motivation finden könne.

    Schipulin wird WADA-Offiziere nicht vermissen

    „Natürlich werde ich den sportlichen Geist vermissen. Und die WADA-Offiziere werden, so denke ich, auch später noch vorbeikommen, weil ich mich noch einige Zeit im Testpool befinden werde. Ich werde sie aber nicht vermissen“, sagte der Russe.

    Zukunftspläne

    In Bezug auf seine weiteren Pläne sagte Schipulin, dass er nicht als Trainer arbeiten werde.

    „Direkt oder indirekt wird meine Zukunft mit dem Sport verbunden sein. Ich werde den Jungs helfen. Vielleicht werde ich mit dem Biathlon-Verband Russlands zusammenarbeiten, aber ganz genau habe ich das noch nicht entschieden.“

    Kurz zu seiner Sportkarriere

    Das Debüt des jetzt 31 Jahre alten Schipulin fand in der Saison 2008/09 statt. Er verfügt über eine Gold-, drei Silber- und drei Bronze-Medaillen bei Biathlon-Weltmeisterschaften. 2010 nahm Anton Schipulin an den Olympischen Winterspielen in Vancouver teil und gewann mit der Staffel die Bronzemedaille. Im Februar 2014 wurde er mit Alexej Wolkow, Jewgeni Ustjugow und Dmitri Malyschko als Schlussläufer der russischen Staffel Olympiasieger von Sotschi.

    Im Dezember 2017 hatte das IOC Dopingmissbrauch in Russland als erwiesen eingestuft und die russische Nationalmannschaft, darunter auch Anton Schipulin, von den Winterspielen 2018 in Südkorea ausgeschlossen. Saubere russische Sportler durften zwar in Pyeongchang starten, doch nur unter neutraler Flagge und mit dem Sonderstatus „Olympische Athleten aus Russland“.

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    Tags:
    Motivation, Familie, Sport, Zukunft, Provokation, Karriere, Biathlon, WADA, Anton Schipulin, Russland