11:42 19 Juni 2019
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    Alexander Loginow beim Sprint in Oberhof

    Russe gewinnt Biathlon-Weltcuprennen – Frankreichs Fourcade spricht von „Schande“

    © Sputnik / Denis Kostjutschenko
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    Der russische Biathlet Alexander Loginow, der von 2014 bis 2016 wegen Epo-Dopings gesperrt war, hat den 10-Kilometer Sprint von Oberhof gewonnen. Nicht alle haben jedoch auf den ersten Weltcup-Sieg des 26-Jährigen respektvoll reagiert.

    Einige Mitsportler haben den Sieg mit Verachtung gestraft und Loginow für den angeblichen Epo-Missbrauch kritisiert.

    Frankreichs fünfmaliger Olympiasieger und Doping-Gegner Martin Fourcade sagte, er sei mit Loginows Sieg unzufrieden.

    „Ich bin unzufrieden, dass Loginow gewonnen hat. Es ist für mich okay, dass er nun zu den Wettkämpfen zugelassen ist. Aber meinen Respekt bekommt er nicht, denn er hat sich für das Doping nie entschuldigt. Sein Sieg ist eine Schande“, klagte Fourcade, der den sechsten Platz im Sprint holte.

    Fourcade war nicht der einzige Biathlet, der von Loginows Sieg frustriert war: Der Schwede Sebastian Samuelsson, der den dritten Platz belegte, forderte eine Entschuldigung vom 26-jährigen Russen.

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    „Loginow hätte sich bei der gesamten Biathlonfamilie entschuldigen können. Wenn Sie Drogen konsumiert haben, ist hier kein Platz für Sie. Aber wenn Sie Reue zeigen, werden die Menschen es viel einfacher finden, Ihnen zu vertrauen“, sagte er.

    In einem Gespräch mit dem norwegischen Sender NRK sagte Loginow, dass er auf keine negativen Kommentare zu seinem Sieg reagieren wolle. Er würde aber gern persönlich mit Martin Fourcade sprechen, um etwaige Differenzen zu beseitigen.

    „Den Makel des Dopingsünders wird Alexander Loginow nicht mehr los“, suggeriert die „Süddeutsche Zeitung“.

    Einige verteidigten den Russen jedoch trotz des Dopingskandals, darunter der achtfache Olympiasieger Ole Einar Björndalen. Dieser betonte, dass Loginow „seine Strafe bereits verbüßt hat“.

    Der renommierte internationale Sportanwalt Lucien Valloni sprach sich ebenfalls für Loginow aus und wies darauf hin, dass „alle wissen, dass die gesamte Presse und die Medien dort ein bisschen gegen Russland gesinnt sind“.

    Christof Wieschemann, der als Jurist für den ehemaligen Skilangläufer und Olympiasieger Alexander Legkow tätig war, kommentierte gegenüber Sputnik die Aussagen von Fourcade und bezeichnete sie als „Hinausschießen übers Ziel“.

    „Wir alle wissen von den Bemühungen von Herrn Fourcade im Kampf gegen das Doping und diese sind grundsätzlich willkommen. In dieser besonderen Hinsicht scheint es jedoch, dass er über das Ziel hinausschießt“, so Wieschemann.

    Wieschemann betonte, dass Anti-Doping-Regeln nicht der Beurteilung des Charakters oder der moralischen Eigenschaften eines Athleten dienen. Demnach hat jeder Sportler das Recht, „als sauber und ehrlich“ zu gelten, bis das Gegenteil bewiesen wird – unabhängig von seiner Nationalität und Doping-gebundenen Ausschlüssen in der Vergangenheit.

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    „Die Aussage (von Fourcade – Anm. d. Red.) gibt jedoch Anlass zu der Annahme, dass er nicht bereit oder willens ist zu akzeptieren, dass ein Athlet mit einem Dopingfall nach Ablauf der Sperre wiederkommt“, so der Anwalt weiter.

    Laut Wieschemann ist die Möglichkeit der Rehabilitation für den ersten Verstoß ein „Erfordernis der Menschenrechte und der Menschenwürde“.

    Am Sonntag feierten die Damen- und die Herrenstaffel Russlands einen sensationellen Doppelsieg in Oberhof. Es war das erste Mal seit 2006, dass sich beide Staffeln gegen die Konkurrenz durchsetzen und Gold erringen konnten.

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    Biathlet, Biathlon, Alexander Loginow, Martin Fourcade, Schweden, Deutschland, Frankreich, Russland