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09:26 23 Juli 2019
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    Präsident des Österreichischen Skiverbands Peter Schröcksnadel (Archiv)

    „Die Gauner sitzen woanders” – Für ÖSV-Präsident ist Deutschland die Dopingzentrale

    © AFP 2019 / GEORG HOCHMUTH / APA
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    Ilona Pfeffer
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    Angesichts des Doping-Skandals bei der Nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld verweist der Präsident des Österreichischen Skiverbands Peter Schröcksnadel auf die Spuren, die nach Erfurt führen. Deutschland sei die Zentrale, aber Österreich müsse es ausbaden.

    In einem Interview mit dem „Kurier“ sagte Schröcksnadel, die WM in Seefeld sei zwar ein guter Aufhänger, aber die Gauner würden woanders sitzen. „Die Zentrale ist schon in Deutschland, aber auf die Österreicher wird jetzt hingehaut“, so der 77-Jährige. Er habe gehört, es seien deutsche Ärzte und möglicherweise auch Athleten betroffen, da könne man „das nicht immer auf das kleine Österreich abschieben“.

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    Dass es kein Zufall ist, dass die Spuren der Doping-Machenschaften nach Erfurt führen,  bestätigt auch der deutsche Doping-Jäger Werner Franke. In einem Interview mit der „Welt“ sagte der Heidelberger Molekularbiologe: „Der Standort Erfurt ist mir in all den Jahren immer wieder im Zusammenhang mit Doping begegnet — in der DDR und auch danach“. Man könne schon von einem der „Knotenpunkte des Sportbetrugs in Deutschland“ sprechen.

    Bei dem deutschen Sportmediziner Mark S. und seinen mutmaßlichen Handlangern könne man hinsichtlich der kriminellen Energie und der Organisation des Dopings vom „deutschen Fuentes“ sprechen. Der spanische Arzt Eufemiano Fuentes stand vor dreizehn Jahren im Mittelpunkt eines der größten Doping-Skandale in der internationalen Radsportszene.

    Während der Erfurter Arzt Mark S. und ein mutmaßlicher Gehilfe in Haft sind, gehen Spekulationen um mögliche weitere Mitglieder des Doping-Netzwerks und darüber, ob deutsche Sportler ebenfalls Eigenblutdoping praktiziert haben, weiter. Anders als ÖSV-Präsident Schröcksnadel ist der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, zuversichtlich, dass deutsche Sportler sauber sind. Nach bisherigem Kenntnisstand seien weder Nachwuchskader-Athleten noch Top-Athleten Deutschlands in irgendeiner Sportart mit Mark S. in Kontakt gewesen.

    „Wir sind zuversichtlich, dass deutsche Athleten und Athletinnen von diesem Vorgang und von dieser Praxis nicht betroffen sind. Aber ich betone immer wieder: Stand heute. Ganz am Ende wird das weitere Verfahren zeigen, wie die Gesamtgemengelage aussieht“.

    Als Erfolg des seit 2016 in Deutschland geltenden Anti-Doping-Gesetzes sieht Dopingexperte Fritz Sörgel die Verhaftung des Sportmediziners Mark S. und hofft, dass sich das Vorgehen der Staatsanwaltschaft abschreckend auf einen Großteil der Athleten auswirken werde. 

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    „Es ist ein schönes Beispiel und eine Warnung: Zu unterschätzen ist das System der Strafverfolgung nicht. Aber Leute, wie die hier betroffenen, schreckt gar nichts ab. An der Weltspitze, gleich welcher Disziplin, sind Menschen mit diesem Selbstzerstörungswillen die Regel.“

    Im Rahmen der „Operation Aderlass“ hatte das österreichische BKA bei der Ski-WM im österreichischen Seefeld fünf Langläufer wegen des Vorwurfs des Dopings mit Eigenblut festgenommen. Ein Athlet ist kurz vor dem Wettkampf sogar auf frischer Tat ertappt worden als er im Begriff war, eine Bluttransfusion vorzunehmen. Zeitgleich ist in Erfurt der Sportmediziner Mark S. sowie ein mutmaßlicher Gehilfe festgenommen worden.

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    Tags:
    Spekulation, Weltmeisterschaft, Doping, Peter Schröcksnadel, Österreich