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10:17 16 Juli 2019
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    Der österreichische Radsportler Georg Preidler bei Sommer-Olympia 2016 in Rio

    „Konnte mit diesem Geheimnis nicht mehr leben“ – Dopingselbstanzeige von Radprofi

    © REUTERS / Matthew Childs
    Sport
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    Ilona Pfeffer
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    Nach dem Dopingskandal bei der Ski-WM in Seefeld packt nun auch ein österreichischer Radprofi aus. Georg Preidler machte am Sonntag in Graz eine Selbstanzeige. Auch er habe sich Blut entnehmen lassen, es aber nie rückgeführt. Die letzten Tage seien ein Albtraum gewesen.

    Es sei der beständige Leistungsdruck gewesen, der ihn dazu verleitet habe, die Hilfe von Dopingärzten in Anspruch zu nehmen. „Diese Ärzte geben dir die Sicherheit, dass du nie auffliegst. Es ist wie beim Hütchenspiel. Du weißt, dass es Betrug ist. Aber du spielst mit”, so der Sportler gegenüber der Zeitung „Krone“.

    Die Hemmschwelle sei bei ihm erst vor kurzem gefallen und er habe sich das Blut zwar entnehmen, aber es nicht rückführen lassen, betont Preidler. „Alle meine Erfolge, etwa beim Giro, waren sauber. Ich war ohne Doping gut, habe nie etwas getrickst.“

    Angesichts der Verhaftungen bei der Ski-WM in Seefeld hat der Radprofi es aber offenbar mit der Angst zu tun bekommen.

    „Die letzten Tage waren ein Albtraum. Ich habe nicht mehr geschlafen, nicht mehr gegessen. Ich weiß nicht, ob ich überführt worden wäre. Ich weiß nicht, wie und ob dieser Doping-Arzt alles verschlüsselt hat. Aber ich konnte mit diesem Geheimnis nicht mehr leben.”

    Am Sonntag hat Preidler deshalb sich selbst bei der Staatsanwaltschaft wegen betrügerischer Absicht des Dopings angezeigt. Es sei sicher der größte Fehler seines Lebens gewesen, sich auf Eigenblutdoping einzulassen, so der Sportler reumütig. „Ich muss mich bei jedem, der sich jetzt betrogen fühlt, entschuldigen. Es tut mir leid!”

    Namen anderer Athleten, die möglicherweise dopen, kenne er nicht. „Ich kann mir aber vorstellen, dass es ein internationales Erdbeben geben wird.“

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    Tags:
    Geständnis, Doping, Sportler, Rad, Ski-Langlauf, Österreich